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Kategorien-Archiv: Theater

Premiere „Sternstunden der Menschheit“ – Ein intergalaktisches Vergnügen in Merlins Wunderland

23 Freitag Nov 2018

Posted by Lilli Vostry in Genießen, Musik, Tanz, Theater

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Sternstunde der Pantomime mit Rainer König & Matthias Krahnert in Merlins Wunderland

Verführerisch: Pole-Akrobatin und Burlesquetänzerin Cara Julienne


Mondlandung mit russisch-amerikanischer Besatzung und Weltraumhund Laika


Heiße Musik auf der Bühne und nach der Show zum Mittanzen


Die intergalaktische Weltraumbesatzung: Die Musiker Ludek Lerst, Peter Till,
Sängerin Jasmin Graff, Cara Julienne, Dieter Beckert, Rainer König mit Sonnenkranz und Matthias Krahnert. Fotos: Lilli Vostry

Kosmisches Vergnügen in Merlins Wunderland

Die Neuauflage der Dinnershow „Sternstunden der Menschheit“ bringt die schönsten, komischsten, denkwürdigsten Momente im ersten, immer noch unnachahmlichen Restaurant-Theater Dresdens auf die Bühne. Angekommen auch im heutigen, multimedialen Wunderland.

Eine Reise zurück zu den Anfängen und gleichzeitig Aufbruch zu Neuem, damit überrascht das Programm „Sternstunden der Menschheit – eine galaktische Dinnershow“, die zum 20-jährigen Jubiläum im Restaurant-Theater
„Merlins Wunderland“ Premiere feierte. Mit der Mischung aus kulturellen und kulinarischen Leckerbissen, Musik, Tanz und dem gemeinsamen Essen an langen Tafeln war „Merlins Wunderland“ damals Vorreiter in Dresden und führt dieses Konzept erfolgreich weiter.

Eine Besonderheit ist das “interaktive Menü“. Das heißt, die Gäste bedienen sich gegenseitig und kommen so am Tisch gleich miteinander ins Gespräch, beim Austeilen der Suppen aus Kesseln. Der Hauptgang kommt in großen Schalen auf den Tisch. Von Suppe und Beilagen gibt es gerne Nachschlag, auch das ist einmalig im Metier.
Das urige Scheuneambiente verwandelt sich in der neuen Dinnershow flugs in ein Raumschiff, mit dem zwei Urgesteine von Merlins, der Musiker und Brachialromantiker Dieter Beckert an der E-Gitarre und Musikmaschinist Peter Till samt sprechendem Bordcomputer Zusi gemeinsam mit dem Publikum durch Raum und Zeit fliegen. Sie beamen sich mit multimedialer Technik ins Weltall und erleben auf dem Flug zur Erde, witzig-temporeich inszeniert und trocken humorvoll von Beckert kommentiert, die Höhen und Tiefen menschlichen Forscherdrangs.

Vom „Sündenfall“ über die alkoholische Gärung, den Kampf um den Südpol bis zur Entdeckung der Elektrizität. Dargestellt von zwei „Astroclowns“,  den Pantomimen Rainer König und Matthias Krahnert, die albern bis aberwitzig hangeln, springen und schweben von einer Bühne zur anderen und mitten über die gedeckte Tafel. In rasantem Rollenwechsel sind sie als Menschenaffen, Adam, Kosmonauten bis zum Klon-Schaf zu sehen. Als verführerische Eva umgarnt die Pole-Akrobatin Cara Julienne vor paradiesischer Landschaft die zwei Verehrer und prompt ist es vorbei mit Frieden und Gemütlichkeit. Witzig-verrucht räkelt sie sich später in einer Burlesque-Tanzeinlage im Sektschaumbad. Mit originellen Gesangsparodien und Steptanz begeistert die Sängerin Jasmin Graff. Köstlich die Szene mit der Mondlandung des ersten Kosmonauten, des Amerikaners Neil Armstrong und der ersten Frau im All, Valentina Tereschkowa und dem Weltraumhund Laika in stolz heroischen Posen mit zündender Ostfolklore. Besinnliche Momente gibt es auch wie das Lied „Reichtum der Welt“ von Holger Biege über das Fragile des Planeten Erde, gesungen von Dieter Beckert.

Mit Hingabe spielt der „Goldene Geiger aus Prag“ Ludek Lerst Ohrwürmer wie „Am Fenster“ von City . Den Gaumen erfreut ein herzhaftes Drei-Gänge-Menü mit Kartoffelsuppe, Sauerbraten und Quarkkeulchen. Das Team um Küchenchef Andreas Kirsch bietet auch Alternativen für Vegetarier, Veganer und Allergiker an. Nach dem ko(s)mischen Vergnügen im Wunderland kann man im Restaurant-Theater noch ausgelassenen das Tanzbein schwingen.

Text + Fotos (lv)

http://www.merlins-wunderland.de

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Premiere „Die Zauberflöte“ in der Staatsoperette Dresden

22 Donnerstag Nov 2018

Posted by Lilli Vostry in Musik, Theater

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Verirrt im Reich der Nacht: Richard Samek (Tamino) und Maria Perlt (Königin der Nacht) 


Traum und Wirklichkeit: der Vogelfänger Papageno (Christian Grygas) zappelt im Liebesnetz eingefangen von Papagena (Eva Zalenga) Fotos: Stephan Floß

Wunderinstrument als Kompass

Von der Suche nach Liebe, Licht und Weisheit und der Versöhnung der Gegensätze in einer Welt voller Widersprüche erzählt die Neuinszenierung von Mozarts bekanntester Oper „Die Zauberflöte“ in der Staatsoperette Dresden im Kulturkraftwerk Mitte.

Eine leuchtend blaue Pyramide mit Sonne, Mond und Fabelwesen ragt in den
Bühnenhimmel. Sie wandelt ihr Inneres mal zum lichtvollen Tempel der Liebe und Weisheit, mal zum dunklen, alles verschlingenden Abgrund. In einer Welt voller Widersprüche und Wandlungen wirkt die Zauberflöte wie ein Kompass. Sie betört, warnt und schützt mit der Zauberkraft der Musik und zieht alle in ihren Bann. Einmal mehr in der Neuinszenierung von Mozarts bekanntester Oper, die am Sonnabend in der Staatsoperette Dresden im Kulturkraftwerk Premiere hatte.

Wie kaum ein anderes Werk erzählt die Zauberflöte voll musikalischer Leichtigkeit, Heiterkeit und Tiefe von den Geheimnissen und Gegensätzen im Leben und in der Natur und der Sehnsucht, sie zu vereinen. Der altägyptische Kult um Isis, die Sonnenmutter und Mondgöttin, Göttin der Liebenden und der Toten, die Rituale der Freimaurer und der Machtanspruch der Königin der Nacht, die den Sonnenkreis allein besitzen will, begegnen sich reiz- und spannungsvoll, farbenfroh und fantasievoll-witzig in Bühnenbild und Kostümen in der Inszenierung von Axel Köhler.

Da trifft der naiv-lebensunerfahrene Prinz Tamino, ganz in Weiß (Richard Samek), der mit Hilfe der Zauberflöte unversehens zum mutig-standhaften Helden wird, auf den lebenslustigen Vogelfänger Papageno (närrisch-klug: Christian Grygas), der im bunten Fransenkostüm mit Panflöte und magischer Glockenspiel-Kugel das Dunkle verbannt. Das ungleiche Duo begibt sich auf den gefahrenreichen Weg zur Erkenntnis durch das Reich der Königin der Nacht (düster-funkelnd: Maria Perlt), die aus einem aufgerissenen Schlangenmaul steigt. Sie verspricht Tamino ihre Tochter Pamina, in deren Bildnis er sich unsterblich verliebt hat. Wenn er sie aus der Gefangenschaft ihres Gegenspielers Sarastro, Anführer eines Geheimbundes der Eingeweihten, die blaurote Fantasieuniformen tragen (mit tiefer warmer Bassstimme: Holger Steinert) befreit. Sein Diener Monostatos (Andreas Sauerzapf), ein zwielichtiger Typ mit weißem Haarzopf und schwarzer Maske, versucht Pamina ebenfalls für sich zu gewinnen.

Bevor die Liebenden sich finden, müssen sie viele Prüfungen bestehen. Begleitet werden sie von drei Knaben, die ihnen Rat erteilen, mal cool boxend ihre Männlichkeit beweisend, mal als Pfadfinder und als Köche Brot und Wein verteilend. In Sarastros hehrem Weisheitstempel werden die Neulinge in einen dunklen Raum geführt, der Finsternis ausgesetzt, einer Feuer- und Wasserprobe zur Reinigung ihrer Seelen unterzogen.

Doch härter als alles andere trifft Pamina (gefühlvoll: Annika Gerhards) Taminos Schweigen, wie er stumm und starr vor ihr steht, und sie an seiner Liebe zweifelt. Ergreifend komisch anzusehen hingegen, wie Papageno ungeduldig den ganzen Zuschauerraum nach seinem ersehnten Vogelweibchen absucht, sich beinah umbringt und sogar eine alte Frau heiraten will, die sich dann aber als entzückende Papagena (Eva Zalenga) entpuppt und ihn kurzerhand mit seinem Netz einfängt. In stetem Wechsel zwischen vergnügt, übermütig, ehrfürchtig feierlich und unbeschwert kam das höchste der Gefühle auf die Bühne in zauberhaftem Zusammenspiel zwischen Sängerensemble, Chor und Orchester der Staatsoperette (musikalische Leitung: Andreas Schüller) und Sarastro betonte in seinem Lied: „In diesen heil`gen Hallen kennt man die Rache nicht…“  Viel Beifall und Bravos gab es vom Publikum zur Premiere.

Text (lv)

http://www.staatsoperette.de

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Staatsschauspiel Dresden trauert um Rolf Hoppe

16 Freitag Nov 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Erste und letzte Worte, Theater, Zwischenmenschliches

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Charakterdarsteller mit Charisma: Rolf Hoppe Foto: HLBöhme


Rolf Hoppe in „Nachtasyl“, 1979. Foto: Erwin Döring


Rolf Hoppe und Daniel Minetti in „Wie es Euch gefällt“, 1980. Foto: Erwin Döring


Rolf Hoppe und Bettina Sörgel in „Lulu“, 1983. Foto: HLBöhme

Abschied von der Lebens-Bühne

Das Staatsschauspiel Dresden trauert um den großen Dresdner Künstler Rolf Hoppe, der am 14. November 2018 im Alter von 87 Jahren verstorben ist.

Seine Schauspielkunst, die er über viele Jahre in unzähligen Rollen und seit 1959 vor allem am Staatsschauspiel Dresden entwickelt hat, war für alle, die ihn erleben konnten, ein prägendes Erlebnis. Seine erste Rolle an unserem Haus war als Frosch in Goethes „Faust 1“ (1959). Bis zum Jahr 1983 war er als Darsteller an 50 Inszenierungen beteiligt. Die Rollen, die er verkörperte, zeigen das breite Spektrum dieses Ausnahmeschauspielers: Der Graf von Gloster in William Shakespeares „König Lear“ (1967), der Dorfrichter Adam in Heinrich von Kleists „Der zerbrochene Krug“ (1969), die Rolle des Luka in Gorkis „Nachtasyl“ (1979) oder die Titelrolle in Peter Hacks „Senecas Tod“ (1980), um nur einige zu nennen. Unvergessen sind seine Charaktere auf der Bühne, im nationalen und internationalen Filmschaffen.

Und auch nach seinem Abschied von der großen Bühne blieb Rolf Hoppe zur Freude der Theaterbesucher in und um Dresden präsent. Auf Schloss Weesenstein bei Pirna gründete er eine Lesebühne – und im Jahr 2002 nahm Hoppes Hoftheater in Dresden-Weißig den Spielbetrieb auf.

Als einer der bedeutenden Schauspieler hat er Generationen von Kolleginnen und Kollegen beeinflusst und sie inspiriert. Das Vermächtnis des großen Menschendarstellers Rolf Hoppe lebt damit weiter.

Rolf Hoppe wurden im Lauf seiner schauspielerischen Karriere viele Auszeichnungen zuteil, unter anderem der Lessing-Preis, der Grimmepreis, die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes, der Preis der Berlinale und im vergangenen Mai der Deutsche Schauspielpreis.

Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie.

Text: Gertrud Aringer/Staatsschauspiel Dresden

Fotos aus dem Historischen Archiv der sächsischen Staatstheater.

Staatsschauspiel Dresden, Theaterstraße 2, 01067 Dresden
Telefon +49 351 4913 755
Fax      +49 351 4913 760
Mobil   +49 171 2910 549

www.staatsschauspiel-dresden.de

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Premiere „Fidelio“ an den Landesbühnen Sachsen

16 Freitag Nov 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

≈ 2 Kommentare

Sieg der Liebe und Hohelied der Freiheit  

Die Oper „Fidelio“ von Ludwig van Beethoven hat am 17. November, um 19 Uhr Premiere in den Landesbühnen Sachsen.

Mit FIDELIO schrieb Beethoven eine politische Oper, in der der Bastillesturm musikalisch nachhallt. Verkleidet als Mann sucht Leonore, die sich Fidelio nennt, in dem Kerker des Gefängnisdespoten Don Pizarro nach Florestan, ihrem freiheitsliebenden Gatten, der seit zwei Jahren verschwunden ist. In letzter Minute kann sie den Mord Pizarros  an einem streng abgeschirmten Staatsgefangenen verhindern, in dem sie schließlich ihren Florestan erkennt.

«Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.» Ungeachtet dieser Forderung in Artikel 1 der UN-Menschenrechtscharta von 1948, die den Ruf nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit aus Zeiten der Französischen Revolution zitiert, werden auch heutzutage in den erstarkenden Diktaturen dieser Welt unbequeme Kritiker ausgeschaltet und ohne rechtsstaatliche Verfahren in Gefängnissen weggesperrt.

Beethoven, der sich den Idealen der Französischen Revolution auch in postrevolutionären Zeiten verpflichtet fühlte, schrieb mit FIDELIO eine politische Oper, in der der Bastillesturm musikalisch nachhallt: Obwohl die Oper – den restaurativen Verhältnissen der damaligen Zeit entsprechend – in ein Gefängnis führt, siegt Gerechtigkeit über Tyrannenwillkür.

Verkleidet als Mann sucht Leonore, die sich Fidelio nennt, in dem Kerker des Gefängnisdespoten Don Pizarro nach Florestan, ihrem wahrheitsliebenden und mutigen Gatten, der seit zwei Jahren spurlos verschwunden ist. In letzter Minute kann sie durch beherztes Eingreifen den Mord Pizarros an einem streng abgeschirmten Staatsgefangenen verhindern, in dem sie schließlich ihren Florestan erkennt.

Die Oper, die wie ein Singspiel beginnt und als große Oper vom Kerkerdunkel ans Licht führt, mündet im Zusammenhang mit einer Generalamnestie aller Gefangenen – ähnlich wie später die IX. Sinfonie mit ihrem Vokalfinale – in ein Oratorium: Ein «Hohelied der Freiheit».

ES SPIELT DIE  ELBLAND PHILHARMONIE SACHSEN
MUSIKALISCHE LEITUNG:HANS-PETER PREU
INSZENIERUNG: MANUEL SCHÖBEL
AUSSTATTUNG: MARLIT MOSLER

Besetzung:

FLORESTAN, GEFANGENER -SEBASTJAN PODBREGAR / DIRK KONNERTH; LEONORE, DESSEN FRAU UNTER DEM NAMEN «FIDELIO»-STEPHANIE KRONE; DON PIZARRO, GOUVERNEUR EINES STAATSGEFÄNGNISSES –PAUL GUKHOE SONG ; ROCCO, KERKERMEISTER-HAGEN ERKRATH / MICHAEL KÖNIG; MARZELLINE, DESSEN TOCHTER- KIRSTEN LABONTE / ANNA ERXLEBEN; JAQUINO, PFÖRTNER – EDWARD LEE; DON FERNANDO, MINISTER – MICHAEL KÖNIG / JOHANNES LEUSCHNER; ERSTER GEFANGENER – PETER SCHMUHL / YOUNGKWANG BAE; ZWEITER GEFANGENER – STEFAN GLAUSE / HO-GEUN LEE

WACHSOLDATEN, STAATSGEFANGENE, VOLK –OPERNCHOR DER Landesbühnen

Text: Petra Grubitzsch/LB

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0,Kasse: Tel. 0351/8954 214; Fax. 0351/ 8954 213; www.landesbuehnen-sachsen.de 

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Premiere „Sophie im Schloss des Zauberers“ im Schauspielhaus

14 Mittwoch Nov 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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Das größte Wunder sind wir selber: Sophie erlebt in eine alte Frau verwandelt, dass Liebe und Glück nicht nur von Äußerlichkeiten abhängen. Foto: Sebastian Hoppe

Die Macht der Wünsche

Was passiert, wenn Ängste und Träume wahr werden, davon erzählt das diesjährige Märchenstück für klein und groß „Sophie im Schloss des Zauberers“, das am vergangenen Sonnabend im Schauspielhaus Dresden Premiere hatte.

Wünsche und Zaubersprüche wollen gut überlegt sein. Denn sie können Menschen und Dinge verwandeln, Traurigkeit in Freude, aber auch Glück in Unglück ändern. Das alles erlebt Sophie Hatter, Besitzerin eines kleinen Hutladens und die älteste von drei Schwestern. Damit scheint sie vom Pech verfolgt, doch die zu lösenden Geheimnisse und Abenteuer auf ihrer wundersamen Reise stärken vor allem ihren Glauben an sich selbst. Das Stück „Sophie im Schloss des Zauberers“ nach dem Roman von Diana Wynne Jones kam in der Bühnenfassung von Katrin Breschke und Mina Salehpour als deutschsprachige Erstaufführung am Sonnabend im Schauspielhaus Dresden auf die Bühne.

In eine Traumwelt voller Magie, zauberhafter Klänge, Farben und Bilder entführt mit viel skurrilem Witz und Poesie das diesjährige vorweihnachtliche Stück für die ganze Familie unter Regie von Mina Salehpour im Schauspielhaus. Für Sophie ändert sich alles, als eines Tages eine mächtige Zauberin, die Hexe der Wüste (Tammy Girke) zu ihr kommt, keinen passenden Hut findet, den Laden in die Luft sprengt und Sophie (bezaubernd mädchenhaft und weise zugleich: Ursula Hobmair) in eine alte Frau verwandelt. Mühsam bewegt sie sich mit dem Stock vorwärts durch eine karge, graue Landschaft vom Sturm zerzaust. Eine einsam umherschwirrende, rätselhafte Vogelscheuche (Emil Borgeest) folgt ihr bis zum Schloss von Zauberer Howl (David Kosel). Einem verworfenen, lasterhaften, ungehorsamen jungen Mann mit Rockergitarre. Der liebt es Mädchen anzulocken, angeblich um ihre Herzen zu essen.

Sophie zieht bei ihm ein, will sein Geheimnis ergründen, putzt für ihn und wirbelt den Männerhaushalt gründlich auf, zu dem außerdem Howls qurirliger Zauberlehrling Michael (Sven Hönig) und der wilde Feuerdämon Calcifer (Denis Geyersbach) gehören. Der haust im Kamin und hat einen Pakt mit Howl, den Sophie lösen soll. Calcifer tritt emsig in die Radpedale, Klingelzeichen zeigen verschiedene Ortsstationen an und eine Kurbel öffnet und verschiebt Türen und Schlosswände im Handumdrehen. Da holt ein Wachmann sich Siebenmeilenstiefel und ein Mädchen Zauberpulver, das Wind bringen soll für das Boot ihres Vaters. Der König will mit Howls Zauberkräften Krieg führen und die Hexe der Wüste zerstört fast seine magische Welt.

Die Zuschauer erhalten Armbänder, die im Dunkeln rot leuchten und mit deren Hilfe Sophie, Howl und ihre Freunde die machtgierige Hexe der Wüste besiegen. Die Armbänder werden nach der Vorstellung in andere eingetauscht, wahlweise gibt es  ein gelbes „Anti-Mies-Drauf-Band“ oder ein blaues „Herzensbrecher“-Armband. Begeisterter Beifall für einen wundervollen, herzerfrischenden Theaternachmittag.

Text (lv)

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

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Premiere „Alle unter eine Tanne“ in der Comödie Dresden

14 Mittwoch Nov 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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Alle unter einer Tanne: Da brennt die Luft und manches pikante Familiengeheimnis wird nach der Bescherung gelüftet. Foto: Robert Jentzsch

Wenn der schöne Schein platzt

So viel Heimlichkeit, in der Weihnachtszeit. Das sorgt nicht nur für kribbelige Vorfreude, sondern auch für eine aufregende Bescherung voller unliebsamer Überraschungen in der Weihnachtskomödie „Alle unter eine Tanne“ von Lo Malinke. Die Premiere war am Freitagabend in der Comödie Dresden.

Der Tannenbaum strahlt im Lichterglanz im Wohnzimmer, der Tisch ist gedeckt und das künstliche Kaminfeuer auf dem Bildschirm wird kurz unterbrochen von einer TV-Sendung mit einer Paartherapeutin und Bestsellerautorin, die Tipps für ein entspanntes Weihnachtsfest gibt und das Geheimnis glücklicher Beziehungen verrät: „Wagen Sie die vollkommene Aufrichtigkeit!“ Allein mit ihrem Exmann Robert (wütend-spöttisch: Helmut Schreier) ist das auch kein Problem für die Therapeutin Elli (energisch-abgeklärt: Uta Schorn). Die Beiden streiten und sticheln unentwegt, doch am Heiligen Abend wird traute Familienharmonie im Elternhaus für die drei erwachsenen Kinder inszeniert. Doch der schöne Schein bröckelt immer mehr und ein heilloses Durcheinander bricht aus, als unerwartet Roberts neue Partnerin Chrissi (mit kessem Charme: Heidi Weigelt) hereinplatzt, die nicht länger allein am Weihnachtsabend zu Hause sitzen will.

Und auch Ellis deutlich jüngerer Freund Micha, der vorher ihr Fahrlehrer war
(Thorsten Feller) will nicht länger wie ein Wischmop von ihr in der Küche versteckt werden vor ihrer Familie. Das sorgt für reichlich komische Turbulenzen in dieser schräg-verrückten Weihnachtskomödie nach etwas zähem Beginn in der Regie von Urs-Alexander Schleiff. Die darin gipfelt, dass Ellis Freund seiner vermeintlichen Flamme Chrissi einen Heiratsantrag macht mit einem flugs zugesteckten Ring von Robert. Einen Moment singen alle zusammen andächtig „Stille Nacht, heilige Nacht“, packen Geschenke aus, kurz darauf brennt der Tannenbaum und wird auch manch pikantes Geheimnis der beiden Töchter und des Sohnes offenbart.

Die volle Dosis Familiendrama am Weihnachtsabend kam in unverblümt, direkten Dialogen, humorvoll Klischees und moralische Spießigkeit auf die Schippe nehmend, in geballter Ladung unter Regie von Urs-Alexander Schleiff auf die Bühne. Herzerfrischend ehrlich, lebensfroh, mal stark, weich und verletzlich agieren Uta Schorn und Heidi Weigelt, zwei aus dem Fernsehen bekannte Schauspielerinnen. Sie moderierten auch im Wechsel die beliebte DDR-Unterhaltungssendung „Wunschbriefkasten“. Natürlich gibt es ein Happy End für die Paare zum Fest der Liebe, die sich wiedertreffen an einem Asia-Imbiss mit roten Lampions und fröhlich-gelassen trällerndem Kellner. Viel Beifall.

Text (lv)

http://www.comoedie-dresden.de

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Premiere „Hirsch Heinrich“ an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul

14 Mittwoch Nov 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Theater

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Wie Hirsch Heinrich sein Heimweh überwindet

Der Bilderbuchklassiker über die abenteuerliche Reise des kleinen Ausreißers wird als Figurentheater lebendig in der Studiobühne der Landesbühnen Radebeul.

Seine Heimat ist eigentlich der chinesische Wald. Doch nun ist Hirsch Heinrich nach langer Schiffs- und Zugreise in einem Tierpark angekommen. Hier wohnt er jetzt. Er hat ein eigenes Gehege, eine Tierpflegerin und ist nicht allein. Doch ihm fehlt sein Wald. Dafür bekommt er täglich Möhren und Wasser und wird mit einem chinesischen Gong geweckt. Besuch kommt auch viel, über die Kinder freut sich Heinrich besonders. Doch als es kälter wird, werden es immer weniger und der Hirsch wartet vergebens. Um nicht länger einsam zu sein, springt er eines Abends über das Gatter und will zurück in seinen Wald laufen.

Was Hirsch Heinrich auf seiner abenteuerlichen Reise erlebt und wie er doch noch ein neues Zuhause findet, davon erzählt das Figurentheater-Stück für Zuschauer ab vier Jahre in der Vorweihnachtszeit – inszeniert von Wolf-Dieter Gööck – auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen in Radebeul. Die Bilderwelt dieses beliebten Kinderbuch-Klassikers aus der DDR von Fred Rodrian mit den gewitzt-augenzwinkernden Illustrationen von Werner Klemke wird lebendig anhand von Flachfiguren, umrahmt von einem lichtergeschmückten Tannenbäumchen und einem Spind mit Globus obendrauf. Anrührend, liebevoll, mit leisem Humor und viel Spielfreude agiert die Puppenspielerin Frieda Friedemann als Heinrichs Tierpflegerin, mal in grauer Latzhose, Gummistiefeln und Fellmütze und mal mit Lampion und rotem Seidenkleid, um das chinesische Neujahrsfest zu feiern, das den Frühling einläutet.

Sie lässt den Hirsch sprechen, summt tröstend „Don`t worry, be happy“, fragt in einem Kinderlied abgewandelt vom „Männlein im Walde“, wer das seltsame Wesen sei, lässt Schneeflocken rieseln, die helle Spuren auf der Erde hinterlassen und erfreut ihn mit einer fernöstlichen Melodie. Eine bunt gekleidete Kinderschar samt erklärendem Zoodirektor umringt Hirsch Heinrich, der stolz und anmutig dasteht und gelassen bleibt, als ein Junge ihn zunächst wütend mit Tannenzapfen bewirft. Doch dann werden Paul und Heinrich – beide zieren auch den Buchtitel mit Kerzen im Geweih – beste Freunde, nach seiner Ausreißertour mitten durch die Großstadt und in den Wald, wo die anderen Tiere ungern die mit Futter behängte Tanne mit dem Neuling teilen. Sie reden auch nicht mit jedem und rennen weg und Heinrich ist wieder allein.

Dann bekommt er auch noch Ärger, weil er über die Fahrbahn springt und gegen die StVo verstößt und ein Oberförster mit bayerischem Akzent will den Hirsch gar bei der Ausländerbehörde abgeben. Doch noch größer sind Erstaunen und Freude und ein Raunen geht durch die Menge über die frohe Botschaft: “Unser Heinrich ist wieder da!“ Nachdem Hirsch zurückgekommen ist in den Tierpark, wo ihn Kamel, Löwe und Eisbär und die Kinder samt Schneemann vor dem Gehege samt bunter Fähnchenkette freudig zurück begrüßen.

Das nächste Mal ist „Hirsch Heinrich“ am 25.11., um 11 Uhr in der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen Radebeul zu sehen. Weitere Aufführungen sind im Dezember.

Text (lv)

http://www.landesbuehnen-sachsen.de

 

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KinderOperette „Der Frosch muss weg“ an den Landesbühnen Sachsen

12 Montag Nov 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

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 Rockender Frosch sprengt Familienidylle

Die Kinderoperette nach dem Märchen „Der Froschkönig“ von Peter Lund (Buch) und Winfried Radeke (Musik) für Zuschauer ab fünf Jahre hatte am Sonntag Premiere auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen.

In dem Märchen – musikalisch auf ein heutiges Kinderpublikum zugeschnitten mit Melodien, die sofort ins Ohr gehen – erscheint einer einsamen Prinzessin plötzlich ein hilfsbereiter Frosch, der mit Gastfreundschaft belohnt werden möchte. Die Mutter der Prinzessin ist entsetzt: Der ungebetene Gast, der nun im Kinderzimmer mit ihrer Tochter die verrücktesten Spiele erfindet, macht Krach: Der Frosch muss weg!

Wohlerzogen ist die Prinzessin Bernadette. Zumindest ist das der Wunsch von Mama Ernestine, der Königin. Der Papa, König Karl-Eduard ist viel mit dem Regieren beschäftigt und doch haben sich alle furchtbar lieb in ihrem winzigen Königreich, einer Dreizimmerwohnung im Erdgeschoss. Bis eines Tages der Königstochter die goldene Kugel in den Brunnen fällt. Ein Frosch holt sie ihr wieder heraus und will dafür aber mit der Prinzessin speisen und in ihrem Bettchen schlafen. Leichtfertig gibt Bernadette ihm das große Froschehrenwort.

Beim idyllischen Abendbrot steht der Frosch plötzlich vor der Tür. Nun muss die Prinzessin halten, was sie versprochen hat, meint der Vater. Die Mutter ist gar nicht begeistert von dem ungebetenen Gast; seine kalten Flossen, die schlechten Manieren und der ganze Krach sind ihr Zuwider. Es steht fest: Der Frosch muss weg!

Doch noch ehe die Mutter eingreifen kann, gibt der Frosch Bernadette den Tipp, ihn an die Wand zu werfen! Ob das wohl eine Lösung ist?

Mit schmissigen Rock- und Rapeinlagen sprengt der Frosch das lyrische Familienterzett und stellt auch musikalisch alles auf dem Kopf. Eine Operette für junge Zuhörer, bei der kaum ein Fuß still bleiben kann.

MUSIKALISCHE LEITUNG: THOMAS TUCHSCHEERER / UWE ZIMMERMANNINSZENIERUNG: REBEKAH ROTA
AUSSTATTUNG: IRINA STEINER

KÖNIG KARL EDUARD –Andreas Petzoldt ; KÖNIGIN ERNESTINE –  Katarzyna Wlodarczyk ; PRINZESSIN BERNADETTE- Iris Stefanie Maier ; DER FROSCH – Johannes Leuschner

Text: Petra Grubitzsch/LB Sachsen

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0,

Kasse: Tel. 0351/8954 214; Fax. 0351/ 8954 213; www.landesbuehnen-sachsen.de

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Premieren „Hirsch Heinrich“ als Figurenspiel & „Romeo und Julia“ als Tanztheater an den Landesbühnen in Radebeul

24 Mittwoch Okt 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Tanz, Theater

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 Bilderbuch-Klassiker auf der Bühne

Die Geschichte „Hirsch Heinrich“ hat als Figurentheater mit Flachfiguren nach dem bekannten Kinderbuch von Fred Rodrian und den Illustrationen von Werner Klemke für Zuschaur abn vier Jahren Premiere am Sonnabend, dem 27. Oktober, um 16 Uhr auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen Radebeul. 

Nach langer Reise kommt ein Hirsch namens Heinrich in einem Zoo an. Obwohl Hirsche weder gern Eisenbahn fahren, noch gern mit dem Schiff reisen, bringt der tapfere Heinrich den wochenlangen Weg von China hinter sich. Natürlich ist nach seiner Ankunft alles ganz anders als zuvor. Heinrich lernt eine Menge Menschen und fremde Tiere kennen. Da ist zum Beispiel der freche Junge Paul, den Heinrich sehr gern hat oder das Kamel, das Heinrich am liebsten knutscht.

Doch trotz all der spannenden Begegnungen in seinem neuen zu Hause hat Heinrich Sehnsucht nach seiner Heimat. Denn einen echten chinesischen Wald kann er im Zoo nicht bekommen. Als am Weihnachtsabend auch noch die Kinder ausbleiben, mit denen Heinrich an anderen Tagen viel Freude hat, fühlt er sich sehr einsam. Er fasst deshalb einen folgenschweren Entschluss: Hirsch Heinrich beschließt auszubüxen. Was bei diesem Abenteuer geschieht und wohin seine Reise ihn führt? Das wird sich zeigen! Verraten sei an dieser Stelle: Hirsch Heinrich beweist viel Mut zum Neuanfang.

Die Inszenierung nimmt sich des Kinderbuchklassikers von Fred Rodrian liebevoll an und lässt die Original-Illustrationen von Werner Klemke mithilfe von Flachfiguren für eine weitere Generation lebendig werden.

Inszenierung: Steffi Lampe; Ausstattung: Wolf-Dieter Gööck
Es spielt Frieda Friedemann.

 

Romeo und Julia

Die bekannte Liebesgeschichte wird neu erzählt als Tanztheater nach Shakespeare mit Musik von Sergej Prokofjew am 27. Oktober, 19 Uhr in den Landesbühnen Sachsen in Radebeul Premiere.

Zur großartigen Musik Prokofjews  erzählen Carlos Matos und Wencke Kriemer des Matos die Geschichte Romeo und Julias, des berühmtesten Liebespaares der Weltliteratur, mit den Mitteln des Tanzes neu.

Während eines Maskenballs verlieben sich Romeo und Julia unsterblich ineinander. Bestürzt müssen sie erfahren, ihr Herz an den Feind verloren zu haben. Denn Romeo, ein Montague, und Julia, eine Capulet, gehören zwei Familien in Verona an, zwischen denen es immer wieder zu blutigen Machtkämpfen kommt. Beide beschließen, ihre Liebesbeziehung geheim zu halten. Ohne das Wissen ihrer Eltern lassen sie sich von Pater Lorenzo trauen. Als Romeo in einem Kampf Tybalt, den Cousin Julias, tötet, muss er fliehen. Um der Heirat mit einem anderen Mann zu entgehen, täuscht Julia mit Hilfe des Paters ihren Tod vor. Nichtsahnend am «Grab» Julias stehend, getragen von dem Wunsch, mit ihr vereint zu sein, bringt sich Romeo um. Als Julia aus ihrem todesähnlichen Schlaf erwacht und sieht, was geschehen ist, nimmt sie sich mit Romeos Dolch das Leben.

Eine große Liebe scheitert an gesellschaftlichen Umständen. Das ist tragisch, denn ob das Schicksal Einzelner gesellschaftlich etwas bewegen kann, steht heute mehr denn je in Frage.

Besetzung: Julia -Anita Suzanne Gregory;  Romeo-Leonardo Germani;Benvolio (Romeos Cousin)-Kassandra Cruz;   Mercutio (Romeos Freund – Oleksandr Khudimov; Tybalt (Julias Cousin)-Adam Sojka;  Lady Capulet (Julias Mutter) – Camilla Bizzi; Anne (Julias  beste Freundin)- Aurora Fradella;  Paris (Freund der Capulets) -Petr Buchenkov a.G./ Afonso Pereira;  Lorenzo (ein Geistlicher) – Alan Qi die dunkle Macht: alle

Baumbepflanzung am 27. Oktober, 17.30 Uhr zwischen den Premieren „Hirsch Heinrich“ und „Romeo und Julia“. 

Autohändler Rainer Gommlich pflanzt gemeinsam mit dem Intendanten Manuel Schöbel im Garten der Villa der Öffentlichkeitsarbeit der  Landesbühnen Sachsen eine Magniole.

Text: Petra Grubitzsch/LB

Mit freundlichen Grüßen  Petra Grubitzsch

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0, Kasse : Tel. 0351/8954 214; Fax. 0351/ 8954 213; http://www.landesbuehnen-sachsen.de

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„Die Lust am Spiel, an der Konfrontation…“ Bei einer Theaterprobe mit Jörg Berger in der St. Pauli Ruine

16 Dienstag Okt 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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Regisseur Jörg Berger bei der Probe zu „Lysistrata oder Der Weiberkrieg“

Theater mit Leidenschaft und Power

Mit einem bunt gemischten Spielerensemble im Alter von 13 bis 80 Jahren bringt Regisseur Jörg Berger Stücke mit Humor und Anspruch auf die Bühne der St. Pauli Ruine.

Ein Mann und eine Frau schieben einen Einkaufswagen hin und her auf der Bühne über das rot-weiße Absperrband hinweg. Am Wagen klebt ein Zettel: „Kuscheldecken für kühle Stunden!“ Doch danach ist den beiden gerade nicht zumute. Die Luft ist heiß, nicht nur vom Wetter. Er klagt, wie sehr sie ihm fehle und ob ihr das Kind nicht leid tue. Sie beugt sich über den Wagen mit den Decken und tröstet es liebevoll, als läge dort wirklich ein Baby. Als er sich ihr nähern will, wehrt sie ihn ab.

„Noch mal!“, unterbricht Regisseur Jörg Berger die Szene. Myrrhine hat ihren Mann Kinesias noch zu liebevoll umarmt. Sie soll es noch verführerischer, berechnender tun. Um ihn dann kalt abblitzen zu lassen. Keine Liebe und Zärtlichkeit mehr, bis die Männer ihre gewaltsamen Machtkämpfe und Kriege beenden! So lautet das Motto der Frauen im Stück „Lysistrata oder Der Weiberkrieg“.

Die zeitlos aktuelle Komödie von Aristophanes steht seit Sommer im Spielplan der St. Pauli Ruine und ist noch bis 9. Oktober zu sehen in dem urig-romantischen Backsteingemäuer der ehemaligen, kriegszerstörten Kirche am Königsbrücker Platz im Hechtviertel. Mit viel Witz, Spielfreude und Power agieren die spielbegeisterten Laiendarsteller. Da wird umgarnt, gestritten, aus Wasserpistolen gespritzt, verhandelt und fröhlich Versöhnung gefeiert. Und Kinesias, gespielt von Ronald Kieschnik, kann endlich seine geliebte Myrrhine, dargestellt von Steffi Gerber, wieder in die Arme schließen. Die Lysistrata verkörpert mit ansteckender Energie Yvonne Dominik, eine diplomierte Sängerin.

„Die Lust am Spiel, an der Konfrontation, sich beweisen zu wollen und am Ende der Beifall der Zuschauer. Einen erfolgreichen Abend zusammen mit der Gruppe zu haben, der auch nachwirkt“, darin liegt für den künstlerischen Leiter der Theaterruine, Jörg Berger der Reiz am Inszenieren. Er stammt aus Magdeburg, hat Hydrologie, die Wissenschaft vom Wasser, an der TU Dresden studiert. Entscheid sich dann aber für das Theater als ein Ort, um zusammen mit anderen etwas zu entwickeln und bewegen.

Nach dem Studium arbeitete Berger drei Jahre als Dramaturg am TJG und dann am Puppentheater. Sein erstes Stück an der Studentenbühne der TU, die er auch einige Zeit leitete, war „Das blaue Licht“ von Franz Fühmann. Drei Jahre führte er Regie beim „Rocktheater Dresden“ mit Aufführungen zur Jiddischen Musik- und Theaterwoche und nach dessen Auflösung inszenierte Jörg Berger mit einer kleinen Gruppe, dem „Theater von unten“ ab 1999 in der damals noch unsanierten Theaterruine. Ihr erstes Stück hieß „Herkules und der Stall des Augias“.

Inzwischen gibt es den Verein TheaterRuine St. Pauli e.V. mit mehr als 90 Mitgliedern, davon rund 65 Spieler zwischen 13 und 80 Jahren. Wenn sie nicht auf der Bühne stehen, kümmern sie sich bei den rund 150 Veranstaltungen pro Saison um Eintritt, Gastronomie und Aufräumen. Sie alle bringen viel Energie, Engagement, freie Zeit, aber auch Unterschiede ins sozial bunt gemischte Spielerensemble mit. „Die Kunst ist, alles unter einen Hut zu bringen, dazu braucht es Fingerspitzengefühl, Geduld und Durchsetzungsvermögen“, so Berger. Erzählt werden Geschichten, die die Akteure selbst spannend finden, mit viel Humor, nah am Publikum und Bezug zur Gegenwart. Nach dem Ausbau der Theaterruine mit Glasdach, WC-Trakt und Lärmschutz sind neben Schauspiel wieder verstärkt Musiktheater und Konzerte in allen Klangfarben angesagt. Gespielt werden Klassiker wie Shakespeares „Sommernachtstraum“, Komödien wie Molières „Der Bürger als Edelmann“ bis zum flippigen Goethical „Faust rockt“.

Im Herbst startet das Projekt „TheaterKids“, einer Gruppe für spielfreudige Leute zwischen acht und 21 Jahren im Hechtsalon (Anmeldungen im Büro der Theaterruine). Unterstützung dafür kommt von den Dresdner Lionsclubs, die den Reinerlös des 11. Dresdner Entencups auf der Elbe für dieses neue Angebot spenden. „Wenn ich leidenschaftlich für etwas brenne, kann ich auch leichter überzeugen. Das ist eigentlich das Geheimnis“, so Jörg Berger. Sein 10jähriger Sohn Tamino kommt auch gern hierher, schaut manchmal bei den Proben zu und hat schon in einem Schultheaterstück auf der Ruinebühne mitgespielt.

Text + Fotos (lv)

KulturTipp:

am 19. und 20. Oktober, um 19.30 Uhr kommt „Ein Sommernachtstraum“ – ein Liebesspiel von William Shakespeare letztmals in dieser Saison in der Theaterruine.

http://www.pauliruine.de

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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