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Kategorien-Archiv: Unterwegs

BilderAlbum: Osterreiter in Crostwitz

19 Mittwoch Apr 2017

Posted by Lilli Vostry in Lebensart, Unterwegs

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Zeit für Besinnung und Muße: Festlich herausgeputzt, fast ein wenig märchenhaft, ritten die Osterreiter mit ihren blütengeschmückten Pferden, in einer Hand ein kleines Gesangsbuch, mancher hielt auch ein Handy, nach altem sorbischen Brauch von Ort zu Ort. Hier einige Impressionen von der feierlichen Prozession zur Feier der Schöpfung, der Erneuerung des Lebens und des Wiedererwachens in der Natur am Ostersonntag, nachmittags in Crostwitz.

Text + Fotos (lv)

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Ostereier verzieren: Sorbische Volkskunst für die Nachwelt bewahren

16 Sonntag Apr 2017

Posted by Lilli Vostry in Lebensart, Unterwegs

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Die Bautzenerin Helena Pallmann färbt und verziert Ostereier mit allen vier traditionellen Techniken – von der Wachsbatik-, über Bossier- bis zur Kratztechnik.

Weltoffen und traditionell geht es am Karfreitag zu. „Wir sitzen dann bis zu zwölft am langen Wohnzimmertisch und verzieren mit der Wachsbatik- und Bossiertechnik Ostereier“, schildert Helena Pallmann (62) in Bautzen. Ihre Söhne Milan (36) aus Stuttgart, Marko (34) aus Zittau und Mato (31) aus Dresden bringen Familie und Freunde mit. Einmal verzierte sogar eine Japanerin mit. „Und das mit erstaunlicher Akribie.“

Helena Pallmann pflegt ihren ureigenen Stil. Sorbische Muster wie Sonne, Dreiecke, Wolfszähne und Bienenwaben tupft sie mit Federkiel und Stecknadel in der Wachsbatiktechnik aufs weiße Hühner-Ei. Beim Bossieren nutzt sie vor allem braune und grüne Eier. Sie verwendet gern grünes, weißes und schwarzes Wachs. „Das sind die Farben der sorbischen Hochzeit. Sie kommen in nahezu jeder Trachtenregion vor“, erzählt die gebürtige Bautzenerin. Von ihrer Mutter Johanna Nagel und Großmutter Martha Nagel aus Litschen, die es wiederum vom „alten Kowalik“ aus Schleife erwarb, lernte sie als Fünfjährige das Verzieren der Ostereier in der Wachsbatiktechnik, ebenso ihre Geschwister Lubina, Jan und Maja.

Frühzeitig interessierte sie sich für Sprache, Kultur und Geschichte der Sorben. Zu Hause war in den ersten Jahren Sorbisch Umgangssprache. Ihre Kindheit bis zur zweiten Klasse lebte Helena Pallmann in Litschen bei Hoyerswerda, dem Geburtsort ihres Vaters. Als sie die 2. Klasse besuchte, zog die Familie nach Berlin. „Wir hatten dort eine offene Geographie-Lehrerin“, erzählt Helena Pallmann. „In einer Unterrichtsstunde ging es auch um den Spreewald und um die Sorben. Sie schilderte uns sehr lebendig deren Trachten und Bräuche. Ich durfte sogar die Schleifer Kindertracht und sorbische Ostereier von zu Hause mitbringen und zeigen.“ Zu Hause verzierte die Familie auch fern der Lausitz Jahr für Jahr am Karfreitag Ostereier. Helena Pallmann lernte in der 9. und 10. KIasse an der Sorbischen Erweiterten Oberschule in Cottbus. Gerd Nagora, Lehrer für Kunsterziehung, verzierte mit den Schülern Ostereier. „Das gehörte sogar mit zum Lehrplan.“

Später studierte Helena Pallmann am Sorbischen Institut für Lehrerbildung in Bautzen. Das Staatsexamen erhielt sie als Unterstufenlehrerin für Mathematik, Deutsch und Niedersorbisch. In dieser Zeit verzierte sie oft mit Kindern Ostereier, unter anderem im Bautzener Beratungszentrum des Demokratischen Frauenbundes Deutschlands (DFD). Damals lernte sie Benno Scholze, Leiter des Hauses für sorbische Volkskunst, kennen. „Wenn er zu Vorträgen nach Polen und in die Tschechoslowakei ins Dreiländereck fuhr, reiste ich mit. Ich zeigte dann das Verzieren der Ostereier“, erzählt sie. 1975 saß Helena Pallmann zum ersten Mal in der Jury des Wettbewerbs um das schönste sorbische Osterei. 1979 durfte sie nach Rom reisen. Im „Palazzo delle Exposizioni“ wurde eine Ausstellung zum Thema „30 Jahre DDR“ gezeigt. Dreieinhalb Wochen zeigte Helena Pallmann dort im Auftrag des Hauses für sorbische Volkskultur das Verzieren der Ostereier. Nach ihrem Studium arbeitete sie zunächst zwei Jahre an der Polytechnischen Oberschule Lakoma-Willmersdorf bei Cottbus. Dort unterrichtete sie Musik, Mathematik, Deutsch und Niedersorbisch. „Danach studierte ich erneut. Diesmal an der Pädagogischen Hochschule in Potsdam Diplom-Musiklehrerin“, sagt Helena Pallmann. Acht Jahre war sie daraufhin Musiklehrerin am Sorbischen Institut für Lehrerbildung in Bautzen. Sie unterrichtete angehende Sorbisch-Lehrer und Kindergärtnerinnen in den Fächern Gitarre, Musik-Theorie und sorbische Musikgeschichte.

Im September 1980 reiste Helena Pallmann nach Wien zum Pressefest der Kommunistischen Partei Österreichs im Volkspark Prater. Auch hier verzierte sie wie in Rom Ostereier und warb für Sprache, Kultur und Traditionen der Sorben. Viel Staunen rief sie hervor. „Ich bin ein Mensch, der viel Neues probiert und verschiedene Varianten des Verzierens verwendet“, unterstreicht die heutige Bautzenerin. Nach der Wachsbatiktechnik – auch Wachsreservetechnik genannt – lernte Helena Pallmann Mitte der 1980er Jahre auch die Wachsbossiertechnik. Das Wissen zu den verschiedenen Techniken las sie sich vor allem aus Fachbüchern an, oder sie sah den Eier-Verzierern genau auf die Hände und kam mit ihnen ins Gespräch. Ende der 1980er Jahr lernte sie zudem die Kratztechnik. „Schwierig war hier, das richtige Werkzeug zu finden“, erzählt sie. „Erst allmählich gelang mir das.  Wichtig ist bei der Kratztechnik, das Ei für die vorgesehenen Muster genau einzuteilen. Meist zeichne ich mit Bleistift die Grundlinien vor.“ Später lernte Helena Pallmann ebenso die Ätztechnik. Hier kommt es auf eine solide Färbung der Eier an. Erst dann kann sie mit Salzsäure und Schreibfeder darauf verzieren.

„Heute werden in unserer Familie jedes Jahr zu Ostern Eier gekocht, mit Wachs verziert, gefärbt, im Garten für die Kinder und für die Erwachsenen versteckt, gesucht und später gegessen. Den Brauch der Eier-Suche am Ostersonntag pflegen wir bis heute“, sagt die Bautzenerin. Ostern verbringt die Familie gern in der Natur. Für Helena Pallmann heißt Ostern vor allem Erwachen des Lebens, Erwachen des Frühlings, Wandern im Freien. In jedem Jahr bleiben ein, zwei Eier ungefunden. „Wir überlassen sie der Natur“, sagt die Bautzenerin. „Wir überlassen sie den Tieren als Geschenk. Damit sind auch die Kinder glücklich.“

Am Nachmittag des Ostersonntages sieht sich die Familie gern Osterprozessionen an. Den kraftvollen Gesang der Osterreiter – verkündend die frohe Botschaft der Auferstehung – will Helena Pallmann nicht missen. „Jedes Jahr genießen wir auch das Osterfrühstück. Ich schmücke dann den Tisch österlich. Jeder bekommt ein gekochtes gefärbtes Ei. Passend zum Fest gibt es einen großen gebackenen Oster-Teig-Zopf mit Mohn“, erzählt die Bautzenerin.

Schon Wochen vor dem Fest nimmt sie regelmäßig am Sorbischen Ostereiermarkt in Bautzen und in Schleife teil. Dort trägt sie stolz die sorbische evangelische Lohsaer Werktagstracht. Damit bekennt sie sich zu ihrer Kindheit in Litschen und zu ihrer Herkunft als Sorbin. „Das Schöne ist: jedes Jahr bei den Ostereiermärkten sitzen andere Verzierer neben mir. So lerne ich neue Menschen kennen, tausche mich aus, lerne hinzu“, schildert Helena Pallmann.

Nach Geburt ihres dritten Kindes war sie Mitarbeiterin im Haus für sorbische Volkskultur in Bautzen. Im Bereich Musik gab sie Liederbücher und Notenhefte heraus. Sie organisierte Veranstaltungen und Werkstätten, unter anderem das Fest des sorbischen Liedes und der sorbischen Musik. Später war sie Mitgründerin des Förderkreises für sorbische Volkskultur. Seit 1997 arbeitet Helena Pallmann als Archivarin im Bereich Neue Medien und Musik am Sorbischen Institut in Bautzen. Die Tradition des Ostereier-Verzierens bewahrt sie sich tief im Herzen. Sie gibt sie gern in der Familie und an Außenstehende weiter. Dabei legt sie vor allem auf die ursorbischen Muster wie Sonnenräder, Bienenwaben und Wolfszähne Wert. Stolz erzählt sie von Sohn Milan und seiner Frau Isabel. Beide arbeiten als Präparatoren im Naturkunde-Museum Stuttgart. Zum Tag der offenen Tür stellten sie den sorbischen Brauch des Verzierens vor.

„Jedes Ei ist einzigartig und schön. Jedes Ei ist ein Zeichen des Lebens, der Fruchtbarkeit und der Schöpfung“, unterstreicht Helena Pallmann. „Das Wunderbare am Verzieren ist: So ein Ei wächst durch Phantasie und Mühe zu einem wahrhaftigen kleinen Kunstwerk.“

Text: Andreas Kirschke
Foto: privat

 

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Osterreiter in der Lausitz: Frohe Botschaft vom Sieg des Lebens

16 Sonntag Apr 2017

Posted by Lilli Vostry in Lebensart, Unterwegs

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Wolfgang Graf und Joachim Bresan reiten seit 1960 gemeinsam in der Wittichenauer Osterprozession mit.

„Nun ist erfüllet, nun ist vollbracht“, singen Ostersonntag fünf Uhr am Morgen über 400 Reiter in der katholischen Pfarrkirche Wittichenau im Bistum Görlitz. Kraftvoll erklingt Lied für Lied in der Messe. Im Gebet vereint halten die Männer immer wieder tief inne. „Mit der Ostermesse beginnt unsere Prozession. Dieser Gesang ist einfach bewegend und überwältigend“, meint Wolfgang Graf (73) in Wittichenau. Zum 60. Mal reitet er dieses Jahr in der Prozession mit. Joachim Bresan (81) aus Sollschwitz gehört zum 66. Mal dazu. Beide zusammen reiten seit 1960 Jahr für Jahr gemeinsam. Sie tragen die frohe Botschaft der Auferstehung Jesu Christi in die benachbarte Pfarrgemeinde Ralbitz.

„Eine gewisse Anspannung gehört immer dazu“, sagt Wolfgang Graf. Das beginnt mit dem Ansingen. Als 14-jähriger ritt er erstmals in der Prozession mit. Sein Vater Jakob begleitete ihn. „Reite du an meiner Stelle“, meinte er nach zwei Jahren. Wolfgang Graf suchte einen neuen Reit-Partner. Mit Joachim Bresan aus Sollschwitz fand er ihn. Der ritt zuvor mit Vater Michael, später mit Großcousin Johann Brösan. „Mit Wolfgang Graf traf ich zusammen, weil wir beide keinen Partner hatten“, schildert der Sollschwitzer. „Zum Ende unser ersten gemeinsamen Prozession hieß es ´Klětu zas´ (Nächstes Jahr wieder).“

Damals in den 1960er Jahren war Ausrüstung nur schwierig zu besorgen. Oft liehen sich die Osterreiter Gehröcke und Stiefel aus. Oft waren Ostergeschirr, Sattel und Steigbügel durch die Bürden des Krieges verschwunden. Russische und polnische Soldaten hatten sie schlichtweg beschlagnahmt. „Viele Familien kamen zu Sattlermeister Heinrich Kobalz in Wittichenau. Der fertigte neues Ostergeschirr für sie an“, erzählt Joachim Bresan. Nahezu jede Witterung erlebte er mit Wolfgang Graf Ostern in der Prozession mit. Einmal – es war Mitte der 1960er Jahre –goss es zur gesamten Prozession wie aus Kannen. Die Osterreiter mussten ihre Stiefel ausschütten… Nur zur Mittagszeit ließ der Regen nach. Auf dem Heimritt von Ralbitz nach Wittichenau regnete es erneut unaufhörlich. „Da hieß es schlichtweg durchhalten“, erinnert sich Wolfgang Graf. 1977 kam Schneetreiben zur Prozession auf. Eisiger, scharfer Wind wehte den Osterreitern in die Gesichter. „Wir versteckten uns hinter den Pferden“, erzählt Joachim Bresan. In einem anderen Jahr war es ungewöhnlich warm. Zwischen Cunnewitz und Kotten zog in der Hitze eine riesige Staubwolke wie eine Käseglocke herauf. Die Osterreiter mussten lange ausharren und warten. „Unterwegs gab es nichts zu trinken…“, schildert Wolfgang Graf.

Zwölf Jahre war er Kantor der Sollschwitzer Osterreiter. Mit Joachim Bresan fand er einen zuverlässigen Partner. Beide stimmten sich für die Gebete und Lieder sorgfältig ab. „Wir waren ein eingespieltes Team“, sagt Wolfgang Graf. 20 Jahre leitete er später den sorbischen Teil der Wittichenauer Gesamt-Prozession bis 2007. Immensen Aufwand nahm er Jahr für Jahr auf sich. Das reichte von organisatorischen Fragen bis hin zur Absprache für die Osterfahnen und zur Absprache mit den Geistlichen in der Nachbar-Pfarrgemeinde Ralbitz. In der Osternacht trug Wolfgang Graf in der Auferstehungsprozession durch die Stadt Wittichenau das Kreuz. Gläubige aus der gesamten Pfarrgemeinde kamen zusammen. Früh fünf Uhr morgens folgte stets die Messe für die Osterreiter. „Noch in den 1960er Jahren waren es 150 bis 160 Teilnehmer in unserer Wittichenauer Prozession“, entsinnt er sich. „Heute sind wir insgesamt bis zu 450 Reiter.“

Wie Joachim Bresan lebt er den Glauben in der Fastenzeit tiefer als sonst. Innerlich bereiten sich beide auf Ostern vor. Sie verzichten auf große Feiern und jeden Freitag auf Fleisch. Sie besuchen zur Fastenzeit die Heilige Beichte. In der Pfarrkirche Wittichenau beten sie mit anderen Gläubigen den Leidensweg Jesu Christi im Kreuzweg. Intensiv erleben sie Woche für Woche die Fastenpredigten mit. Deren zentrales Motto heißt in diesem Jahr „Gott wirkt ins Leben hinein“. (Bóh skutkuje do ži-wjenja). Pfarrer Šćěpan Delan predigt zum Thema „Namóc njepřewinješ z namocu“ (Gewalt überwindest du nicht mit Gewalt). Pfarrer Gerat Wornar widmet sich der Botschaft „Swjećimy a swědčimy“ (Wir feiern und bezeugen).

Pfarrer Michał Anders spricht über „Wěra dźensa“ (Glauben heute). Pfarrer Měrćin Deleńk geht es um „Wěrju z ćěłom a dušu“ (Ich glaube mit Leib und Seele). Pfarrer Daniel Dzikiewicz erläutert das Thema „Bóh skutkuje přez mać Božu“ (Gott wirkt durch die Mutter-gottes). Pfarrer Tomaš Dawidowski sendet die Botschaft aus „Moja bjezhrěšna wutroba na kóncu zawyska. Poselstwo nakazanja a poku-ćenja z Fatimy“ (Mein sündenloses Herz jubelt am Ende. Botschaft der Bekehrung und Buße aus Fatima). Pfarrer Beno Jakubaš predigt zum Thema „Wěrju do zrowastanjenja mjasa – Wěra wuznaće žiwjenja“ (Ich glaube an die Auferstehung – Glaube ist Bekenntnis des Lebens). Diakon Florian Mróz geht es um „Wobstajna modlitwa“ (Beständiges Gebet). „Gerade die Fastenpredigten geben mir viel. Ich lerne immer wieder hinzu“, unterstreicht Wolfgang Graf.

Auch für Joachim Bresan sind die Fastenpredigten innere Vorbereitung auf Ostern. Mit ihnen und mit dem Kreuzweg verinnerlicht er das Leiden und Sterben Jesu. „Wann, wenn nicht zu Ostern in der Reiterprozession, habe ich die Möglichkeit, einen ganzen Tag zu beten, Gott zu danken und Gott zu preisen?“, fragt er nachdenklich. „Unsere Prozession ist ein klares Bekenntnis zum christlichen Glauben. Das ist der ganze Kern. Das ist das ganze Fundament.“ Das Leben siegt über den Tod. Die Freude über die Auferstehung strahlt auf andere Menschen aus.

Auf dem Hinweg nach Ralbitz am Ostersonntag-Morgen singen die Reiter in der Stadt und in den Orten Verkündigungs- und Osterlieder. Unterwegs, zwischen den Orten, beten sie den freudenreichen, den schmerzhaften, den glorreichen und den österlichen Rosenkranz sowie die Lauretanische Litanei. Auf dem Rückweg am Nachmittag erklingen vor allem Marienlieder und Kreuzverehrungslieder. Einzigartig nur in der Wittichenauer Prozession ist auf dem Rückweg die Kreuzverehrung zwischen Schönau und Sollschwitz sowie zwischen Saalau und Wittichenau. Ein Begleiter des Kreuzträgers reicht jedem Reiter einzeln das Kreuz. Die Reiter verehren nacheinander das Kreuz mit Kuss oder mit einem anderen Ehrengruß.

Einzigartig in der Wittichenauer Prozession ist zudem die Zweisprachigkeit. Der deutschsprachige Teil – die Reiter aus der Stadt – bilden den ersten Teil der Prozession. In der Mitte wird das Osterkreuz getragen. Hinter ihm reiten die sorbischen Teilnehmer aus den einzelnen Pfarrorten. Die Reihenfolge dieser Orte wechselt immer wieder. Dieses Jahr reiten die sorbischen Teilnehmer mit dem Dorf Saalau an der Spitze.

Beispielhaft für die Wittichenauer Prozession ist auch das Abschlusslied zur Dank-Andacht in der Ralbitzer Kirche. Es heißt „Raduj so njebjes kralowna“ (Freu dich, du Himmelskönigin). Die Teilnehmer singen dann Strophe für Strophe abwechselnd in Deutsch und in Sorbisch. Hier spüren sie starke Einigkeit und Zusammengehörigkeit. „Das Osterreiten ist eine Laienprozession. Die Initiative kommt nicht vom Pfarrer, sondern von den Gläubigen selbst in der Pfarrgemeinde. Das dürfen wir nicht vergessen“, meint Wolfgang Graf und fügt hinzu: „Ein Osterreiter nimmt ein großes Opfer auf sich. Es ist nicht nur finanzieller Art. Es ist vor allem ein körperliches Opfer.“

Einmal musste er unverhofft aussetzen. Sein Osterpferd wurde unruhig und zerriss kurzerhand das Geschirr. Wolfgang Graf nahm den Umstand gelassen. „Ich sagte mir: das musst du jetzt akzeptieren. Der Herrgott hat es so entschieden“, erinnert er sich. Auch Joachim Bresan musste ein Jahr auf die Prozession verzichten. Er hatte sich ein Bein gebrochen. „Mit Gips musste ich zusehen. Das fiel mir unglaublich schwer. Und mir kamen die Tränen“, erzählt er.  „Doch am Ende sagte ich mir ´Klětu zas´ – nächstes Jahr wirst du wieder mitreiten.“

 Text: Andreas Kirschke
Foto: privat

 

Die Wittichenauer Osterprozession ist die teilnehmerstärkste und älteste der neun Osterprozessionen im Kreis Bautzen. Seit 1541 führt sie ununterbrochen nach Ralbitz. Zuvor führte sie nach Hoyerswerda. Seit 1960 reiten Wolfgang Graf (73) aus Wittichenau und Joachim Bresan (81) aus Sollschwitz in der Wittichenauer Prozession zusammen. Beide verbindet seitdem eine lange Osterreiter-Freundschaft.

Osterreiter-Prozessionen

In der katholischen sorbischen Oberlausitz gibt es neun Osterreiterprozessionen, in denen überwiegend Sorben mitreiten. Lediglich in der Wittichenauer Prozession gibt es seit Ende des 19. Jahrhunderts auch einen deutschsprachigen Teil. Die Reiter singen Osterlieder und beten unter anderem den Rosenkranz. In ihrer Prozession führen sie das Kreuz, Kirchenfahnen und eine Statue des Auferstandenen mit. Gesungen wird in den Orten, gebetet wird unterwegs in den Fluren.

Die Prozessionen umreiten nicht nur die Kirche, sondern auch den Friedhof, um den Verstorbenen die Auferstehung zu verkünden und für sie zu beten. Wer zum ersten Mal am Osterreiten teilnimmt, trägt ein Myrtenkränzchen. Zum jeweiligen Jubiläum darf sich der Reiter mit einer silbernen „25“ oder goldenen „50“ schmücken. Insgesamt beteiligen sich jedes Jahr etwa 1.500 Osterreiter an den Prozessionen.

Alle Zuschauer sollten beim Osterreiten daran denken, Abstand zu den Tieren zu halten, um Unfälle zu vermeiden. Eine zweite Bitte haben die Reiter an die Gäste: Stille und Zurückhaltung zu üben, während die Osterreiter beten und singen. Denn die Osterreiter sehen in der Prozession eine Andacht, die nicht gestört werden soll.

Zeitübersicht der Oberlausitzer Osterreiterprozessionen:

(Die angegebenen Zeiten können sich um bis zu einer halben Stunde verschieben)

Bautzen (ab 10.30 Uhr) -> Radibor (an 12.15 Uhr) und zurück (ab 15 Uhr)

Ralbitz (ab 9.15 Uhr) -> Wittichenau (an 12.30 Uhr) und zurück (ab 15.15 Uhr)

Wittichenau (ab 9.20 Uhr) -> Ralbitz (an 12 Uhr) und zurück (ab 15 Uhr)

Panschwitz-Kuckau (ab 12.45 Uhr) -> Crostwitz (an 14.15 Uhr) zurück (ab 15 Uhr)

Crostwitz (ab 12.15 Uhr) -> Panschwitz-Kuckau (an 15 Uhr) zurück (ab 15.30 Uhr)

Radibor (ab 11.45 Uhr) -> Storcha (an 13.45 Uhr) und zurück (ab 15.30 Uhr)

Storcha (ab 12 Uhr) -> Radibor (an 13.45 Uhr) und zurück (ab 15.30 Uhr)

Nebelschütz (ab 12 Uhr) -> Ostro (an 14 Uhr) und zurück (ab 15.30 Uhr)

Ostro (ab 12 Uhr) -> Nebelschütz (an 14 Uhr) und zurück (ab 15.30 Uhr)

Quelle: Bistum Dresden-Meißen

 

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Ultraläufer Sebastian Schliwa erzählt bei Büchers Best: Bis ans Limit und weiter und in der Reisekneipe über seinen Goldsteig-Lauf

29 Mittwoch Mär 2017

Posted by Lilli Vostry in Unterwegs

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In drei Tagen zu Fuß von Dresden zur Elbquelle ins Riesengebirge.

Inspiriert von der Geschichte eines Paddlers (von Tommy Lehmann: „Allein auf der Elbe – Tausend Kilometer im Faltboot“, erschienen im NOTschriften Verlag Radebeul) , der im Gedenken an seinen verstorbenen Vater die gesamte Elbe von der Elbquelle im Riesengebirge bis nach Hamburg entlang gefahren ist, machte sich Sebastian Schliwa am 14. Februar 2014 zu Fuß auf den Weg von Dresden zu dessen Startpunkt. In diesem 90 minütigen Vortrag berichtet er am 30. März, um 20.30 Uhr bei Büchers Best in der Neustadt über seine Erlebnisse und Erfahrungen, die er auf den über 170 Kilometern in 3 Tagen bei seinem Projekt DRESPIN 2014 gemacht hat. Dabei gehört der Ultralauf zur Elbquelle zu einer langen Liste von Läufen, die er sich bisher ausgedacht und durchgeführt hat. Doch dieser Lauf hatte es ganz besonders in sich. Davon erzählt Sebastian Schliwa in seinem spannenden Erlebnisbericht mit großen Höhen und sehr tiefen Einschnitten, mit Naherfahrungen, die sein Leben prägten, und einigen Tipps & Tricks für alle die, die vielleicht ebenfalls mal einen Ultra im Leben laufen möchten! Text + Foto: [Sebastian Schliwa @ NoTimeToWaste] [In Search of Incredible] [zwickzwack83@web.de] [www.runconnection.de] http://youtu.be/H_pOUbdsZT0

In 20 Jahren wirst du die Dinge, die du nicht getan hast, mehr bedauern, als deine Taten. Also, mach die Leinen los, verlasse den sicheren Hafen. Fang den Wind in deinen Segeln, erforsche, träume, entdecke. – Mark Twain

Gut zu Fuß bei jedem Wetter: Sebastian Schliwa, gelernter Hotelfachmann und seit fünf Jahren Ultraläufer. Bei seinem Lauf-Abenteuer von Dresden zur Spindlermühle im Riesengebirge im Februar 2014 – in Gedenken an seinen Opa, der ein großer Wanderfreund in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz war und ihn auch oft mitnahm – bewältigte er bei winterlichem Wetter insgesamt 3 370 Höhenmeter in drei Tagen. „Ich brauche schon mit Fahrrad länger bis zur Elbquelle“, staunte Buchhändler Jörg Stübing bei Schliwas Vortrag bei Büchers Best, dem er ein passendes Zitat des Schriftstellers William James voranstellte. Bei dem es zuerst um die Verschiebung von Grenzen im Kopf geht, um Hindernisse zu überwinden.

Beim Laufen lernt Schliwa viel über sich, sein Körper lehrt ihn Achtsamkeit:
„Es geht nicht darum, möglichst schnell ans Ziel zu gelangen. Der Weg ist das Ziel“, erfuhr er einmal mehr auf dieser Tour. Er fand einen „Kompromiss aus leichtem Wandern in der Natur und ich lief durch Orte entlang der Strecke.“ Die teilte er sich in drei Etappen ein, mit Halts und Übernachtung/Verpflegung in Zittau (nach 88 km), Swieradow Zdroj (nach 44 km). Er lief durchschnittlich vier bis fünf Kilometer pro Stunde. Die letzten 33 km bestanden vorwiegend aus steilen Hängen, die es bei Schnee, Eis und Kälte im Riesengebirge zu überwinden galt. Das Neuland für ihn war. Er wählte die Nordroute über Polen, Tschechien und nochmals Polen, stieg höher und höher über vereiste Holzbrücken, inmitten der Wildnis und kam an einem roten Warnschild: „Achtung alpine Gefahren“ vorbei.

Auf 900 Metern Höhe schlug das Wetter um, es wurde neblig, trüb und verhangen Berge und Himmel. Er hatte noch kein Smartphone, sondern nur ein Navigerät als Guide zur Orientierung und seine Speziallaufschuhe, das Gesicht mit dickem Schal vermummt. „Doch es gab in keinem Moment den Gedanken, wieder nach unten zu steigen. Ich wollte die Flagge ,Geschafft` nach Hause tragen“, erzählt Schliwa. Erst hinterher sei ihm bewusst geworden, welche Gefahren da lauerten. Während er sich bei der schlechten Sicht an einer Bergkante entlang schlängelte und auf allen vieren durchs Gelände kroch. Der Schnee ringsum war so hoch, dass man kaum die Baumspitzen sah. Und er ging weiter und weiter. „Der Schnee schlug von allen Seiten“, so Schliwa. Die letzten zwölf Kilometer folgte er nur noch seiner Nase, ahnte das Ziel Elbquelle mehr, als dass er es sah. Konnte diesen Abschnitt seiner Tour wegen der schlechten Sicht auch nicht in Gipfelbildern dokumentieren. Und trat den Rückweg an. „Überleben und zurück zur Zivilisation waren wichtiger. Eigentlich wollte ich abends wieder in Dresden sein, doch an der Stelle wollte ich nur eins, ein warmes Quartier“, sagt Schliwa. Er fand unten im Ort, es war Ferienzeit und alle Unterkünfte in der Umgebung ausgebucht, tatsächlich noch einen Schlafplatz in einer Herberge – „keine Menschenseele, nur Oleg und sein Schäferhund, zur Übernachtung gab es einen Teller Eintopf und drei Bier für fünf Euro…“

Sein Fazit nach dieser Tour: „Warnungen ernst nehmen“ und „Es geht immer weiter“. Letztes Jahr kam Sebastian Schliewa bei einem anderen Langlauf mit Start in Jelenia Gora – wo er als Zehnter von 100 Teilnehmern ins Ziel kam – auf anderem Weg zufällig an der Elbquelle vorbei und machte diesmal ein Erinnerungsfoto, angelächelt von der Morgensonne, vor der Steinwand mit dem Dresdner und anderen Stadtwappen von sich.

Von einem weiteren großen Laufabenteuer erzählt Sebastian Schliwa am 5. April, um 19.30 Uhr in der Reisekneipe auf der Görlitzer Straße in der Neustadt. In dem Dia-Vortrag mit dem Titel: „Goldsteig – Ultrarace 2016 – 612 Kilometer harter Kampf und pure Leidenschaft“ nimmt er seine Zuhörer diesmal mit auf den längsten Nonstop-Lauf Europas, bei dem 20 Läufer mit ihm starteten und nur acht Teilnehmer das Ziel erreichten.

Text + Fotos (lv)

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Spannende Entdeckungen in der Sammlung „Terra mineralia“ in Freiberg

28 Dienstag Feb 2017

Posted by Lilli Vostry in Kultur, Lebensart, Musik, Theater, Unterwegs

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In der Silberstadt Freiberg kann man in die Geschichte des Bergbaus eintauchen und in einer Sonderausstellung in der Mineraliensammlung werden die Besucher zu Detektiven in einem Kriminalfall.

„Glück auf“: So grüßen sich die Freiberger noch heute.
Mit ihrem komplett restaurierten und denkmalgeschützten Altstadtensemble gilt die Stadt am Fuße der Montanregion Erzgebirge/Krusnohori als einer der schönsten Orte Sachsens.
Im Stadt- und Bergbaumuseum am Untermarkt können Besucher Kostbarkeiten aus der Historie der Silberstadt entdecken. Im Besucherbergwerk „Reiche Zeche“ fahren sie wie die Bergleute mit dem Förderkorb 150 Meter hinab in den Schacht und erleben auf geführten Touren eines der bedeutendsten Silberbergwerke Sachsens.

Lebendig wird die bergmännische Tradition jährlich bei den Aufzügen der traditionellen Bergparade zum Bergstadtfest am letzten Juni-Wochenende und während des erzgebirgischen Christmarktes. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist außerdem das Schloss Freudenstein, das als Burg zum Schutz des Silberbergbaus errichtet wurde, mit der Ausstellung „terra mineralia“. Dort sind mehr als 3 500 farbenprächtige Minerale, Edelsteine und Meteoriten von fünf Kontinenten zu bestaunen. Zurzeit gibt es dort eine erlebnisreiche, spannende und interaktive Sonderausstellung, bei der kleine und große Besucher zu Detektiven werden unter dem Titel: „CSI Freiberg. Ein Mordfall in der terra mineralia“ (vom 12. April bis 27. August zu sehen). Die Kleineren ab sechs Jahren helfen Gecko Gustav, einer Eidechse aus Madagaskar und Haustier von Prof. Bauer, bei der Suche nach seinem Stein. An zwölf Stationen der Sonderschau tauchen Touristen und Schulklassen in die Welt der Seltenen Erden, in Bergbau und globalisierte Ressourcennutzung ein.

Mit dem Mittelsächsischen Theater besitzt Freiberg außerdem – seit 1791 – das älteste Stadttheater der Welt. In der warmen Jahreszeit lockt der Theaterzauber auf der neu errichteten Seebühne Kriebstein. Zurzeit umgebaut wird das Wohn- und Werkstatthaus Gottfried Silbermanns, das im Sommer wieder zugänglich sein soll. Vier Orgeln des berühmten Meisters sind in Freiberg erhalten: je eine in St. Petri und St. Jacobi und zwei im Dom mit reicher Innenausstattung. In die Freiberger Historie eintauchen kann man bei einem Stadtrundgang, wo man mehr über Lebenswerk und Lebenswandel des weltberühmten Orgelbaumeisters erfährt, augenzwinkernd ausgeplaudert von seiner geschwätzigen Haushälterin, und bei ihr auch einen echten Freiberger Silberkräuter und ein Stück der legendären Freiberger Eierschecke probieren kann. Spannendes zur Entstehung der Silberstadt und der traditionsreichen Geschichte des Freiberger Biers hält eine Führung mit einem Braumeister mit Verkostung bereit.
Bei den Silbermanntagen 2017 (vom 6. bis 17. September) locken wieder Konzerte mit internationalen Stars der Orgelmusik und Spitzenensembles Musikfreunde aus aller Welt nach Freiberg.

Text: (lv)

Foto: Sammlung „terra mineralia“

Weitere Infos unter http://www.freiberg-service.de

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Malerische WanderWelten und prächtige Kamelien in Pirna

28 Dienstag Feb 2017

Posted by Lilli Vostry in Bildende Kunst, Kultur, Musik, Unterwegs

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Die Schweiz(en) in Malerei, Grafik und Wagners Werk zeigt eine Sonderausstellung im Stadtmuseum Pirna und in den Richard-Wagner-Stätten Graupa (ab 9. April zu sehen) und natürliche und kunstvolle Kamelien erblühen im Landschloss Zuschendorf (ab 4. März).

Die wild-romantische Landschaft der Sächsischen Schweiz hat Künstler schon immer magisch angezogen und zu ihren Werken angeregt. Auf ihren Spuren können die Besucher der neuen großen Sonderausstellung „Inspirierende WanderWelten – Die Schweiz(en) in Malerei, Grafik und Wagners Werk“ im Stadtmuseum Pirna und in den Richard-Wagner-Stätten Graupa wandeln (ab 9. April zu sehen).

„Noch nie gezeigte Schätze aus der Grafiksammlung des ,Gebirgsvereins für die Sächsische Schweiz` und zahlreiche authentische Exponate zu Wagners Wanderungen werden in beiden Museen zu sehen sein“, sagt Christian Schmid-Doll, Geschäftsführer der Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna. Der Komponist Richard Wagner war ein leidenschaftlicher Wanderer, der nach seiner Flucht aus Sachsen in der Schweiz in höchst anspruchsvollen Touren die Berge erkundete. Bereits in seiner Dresdner Zeit war er viel in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz unterwegs. An beiden Orten gewann er tiefgreifende Eindrücke, die er später in seinen Werken szenisch und musikalisch umsetzte. Im Museum in Graupa sind Wagners Wanderrouten auf historischen Karten dargestellt. Seine damit verbundenen inneren Bilder, die er in seinen Musikstücken umsetzte, sind in Grafiken, Zitaten, Musikbeispielen und Bühnenbildmodellen skizziert.

Zeitgleich zeigt das Stadtmuseum Pirna in einer separaten Ausstellung bedeutende Bilder aus seiner Kunstsammlung, die auf den 1878 gegründeten Gebirgsverein für die Sächsische Schweiz zurückgehen, bei dem wissenschaftliche und soziale Interessen mit ausgeprägtem Kunstsinn zusammentrafen. Die Zeichnungen, Kupferstiche, Radierungen und Lithografien sowie einige Gemälde werden nach aufwendiger Restaurierung nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Unter den Landschaftsansichten aus 200 Jahren befinden sich Werke von Matthäus Merian, Johann Alexander Thiele, Bernardo Bellotto, Adrian Zingg und Karl Gustav Täubert. Die Sammlung eröffnet dem Betrachter einen Blick in die Landschaft, so wie sie Wagner einst sah und wie sich die Landschaftsdarstellung seither verändert hat.

Ein Fest fürs Auge ist außerdem die XIV. Deutsche Kamelienblütenschau im Landschloss Pirna-Zuschendorf, zu der die Botanischen Sammlungen der TU Dresden einladen (vom 4. März bis 9. April). Zu sehen und bewundern sind in farbenfroher Pracht über 1 000 Einzelblüten, darunter eine Vielzahl historischer Sorten aus dem 19. Jahrhundert auf der 1 700 Quadratmeter großen Gewächshausfläche. Das Publikum darf zusammen mit der Mitteldeutschen Kameliengesellschaft die allerschönste Blüte wählen. Ein besonderes Vergnügen ist diesmal für Pflanzenfreunde und Kunstliebhaber, dass vis à vis zu den lebendigen Blüten auch Kamelien in der europäischen Malerei aus der schlosseigenen Sammlung sowie Leihgaben zu sehen sind.

Hauptsächlich Ölbilder und Aquarelle, darunter die allererste gezeichnete Kamelienblüte des sächsischen Gärtners George Meister um 1682, ein Selbstbildnis mit Kamelienzweig der Dresdner Malerin Paula Modersohn-Becker um 1906/07 aus dem Museum Folkwang Essen, ein Stillleben mit weißen Kamelien und gelben Rosen von Wilhelm Lachnit von 1942 und ein Bildnis der aus Alexandre Dumas` Roman berühmten Kameliendame Alphonsine Plessis von Edouard Viénot. Im Festsaal ist das Maleratelier eines Bohème aufgebaut und im Vestibül ein Stilleben exotischer Blumen des ehemals Königlichen Gartens von Berlin nachgestellt. Aus den Pillnitzer Versuchsgewächshäusern kommen außerdem Edelpelargonien nach Zuschendorf. Diese Pflanzenschönheit soll noch bekannter werden und bald auch in einer Vielfalt neuer Sorten erblühen.
Text: (lv)

Fotos: Landschloss Zuschendorf

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Tausche Brezel gegen Croissant – Sprach- und Bildungsreisen für junge Leute vermittelt der Dresdner Verein „Europa-Direkt“

21 Dienstag Feb 2017

Posted by Lilli Vostry in Kultur, Lebensart, Projekte, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Der Franzose Andy Guagnini ist ein Jahr lang in Dresden bei „Europa-Direkt“ e.V. – Institut für interkulturelle und europäische Studien angestellt.

„Tausche doch mal die Brezel gegen das Croissant“, steht auf einem Plakat an der Bürotür. Denn ein Tausch des Gewohnten bringt nicht nur neue Geschmackserlebnisse, sondern vielleicht auch neue Ideen. Andy Guagnini ist aus Marseille nach Dresden gekommen, um ein Jahr im Programm ‚Arbeit beim Partner‘ des Deutsch-Französischen Jugendwerkes (DFJW) erste Arbeitserfahrungen in Deutschland zu sammeln.

Er interessiert sich für interkulturelle Begegnungen, Reisen und Sprachen und möchte dadurch mehr über Land und Leute erfahren und sich beruflich weiterbilden. Das Deutsch-Französische Jugendwerk, das seit mehr als 50 Jahren den Jugendaustausch beider Länder unterstützt, fördert auch einige Projekte des Europa-Direkt e. V. Er habe eine Leidenschaft für deutsche Kultur und Sprache, erzählt der junge Mann. Dresden sei eine schöne Stadt, in der es viel zu entdecken gebe.
Die Sache mit Pegida sieht er gelassen. “Das gibt es nicht nur in Dresden, es ist zurzeit europa- vielleicht sogar weltweit ein Phänomen.“ Andy Guagnini wollte die osteuropäische Kultur kennen lernen und dafür ist Dresden mit der Nähe zu Prag, Breslau und anderen Orten ein idealer Ausgangspunkt, und er wollte auch Erfahrungen im Ausland für sein weiteres berufliches Leben sammeln. In der Schule lernte er seit seinem 13. Lebensjahr Deutsch als zweite Fremdsprache.

Er hat in Frankreich Geschichte, Kulturwissenschaften und Romanistik studiert und ein Masterstudium in Politikwissenschaft mit Schwerpunkt ‚Europäische Union‘ abgeschlossen. Sein Pflicht-Studienpraktikum absolvierte er bei der Französischen Botschaft in Berlin. Nun arbeitet Andy Guagnini für ein Jahr in Dresden. Das Team bei Europa-Direkt e. V.  besteht im Moment aus fünf Personen – Deutsche, Franzosen und Polen. Andy kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit, die Kommunikation sowie die Werbung für die vielfältigen Projekte.

Spaß beim Lernen und interkulturellen Begegnungen

Dazu gehören Sprachtandem-Kurse in Deutsch und Französisch für Jugendliche und Erwachsene. Sie richten sich an junge Deutsche, die ihre Sprachkenntnisse erweitern möchten und im Tandem mit Franzosen gemeinsam lernen. Dabei ist jeder Teilnehmende Lernender und Lehrender gleichermaßen. „Diese Methode ist authentisch und bringt viel Spaß beim Lernen.“ so Andy Guagnini. Projekte für Auszubildende aus unterschiedlichen Berufen und Ländern, immer in Kooperation mit Berufsausbildungseinrichtungen, stehen genauso auf dem Programm wie Ausbildungen für Jugendleiter. Sie kommen in den erwähnten Projekten der Jugendbildung zum Einsatz kommen,  führen Gruppen, moderieren und übersetzen zwischen den einzelnen Sprachen.

Schwerpunkt der Arbeit des Europa-Direkt e. V. ist neben den Begegnungen mit Teilnehmenden aus Frankreich und Deutschland auch Mittel- und Osteuropa, vor allem Polen, Litauen, Serbien und die Ukraine sowie Bosnien-Herzegowina.

Andy Guagnini fuhr im Oktober 2016 für fünf Tage mit einer Gruppe von Deutschen und Franzosen nach Serbien, in einen kleinen Ort in der Nähe von Novi Sad zum Austausch über dortige soziale Jugendprojekte. Er war auch schon in Polen und der Ukraine zu Workshops im Rahmen der interkulturellen Jugendleiterausbildung unterwegs. „Den Wortschatz, den man während der Begegnung erweitert, kann man auch gleich anwenden“ erzählt Andy Guagnini. Die Themen reichen dabei oft von Musik über Geschichte oder Sport bis hin zum gemeinsam Kochen und somit bis zur Küche und der Kultur des Partnerlandes.

Praktikas in sächsischen Unternehmen

Außerdem vermittelt Europa-Direkt e. V.  Praktikumsplätze in sächsischen Unternehmen an französische oder polnische Auszubildende oder Absolventen verschiedenster Berufsrichtungen im Rahmen des „Erasmus+“-Programmes der EU. „Wir haben im Moment ca. vierzig Praktikanten aus Frankreich, zwanzig aus Polen kommen demnächst noch für vier Wochen dazu. Wir begleiten sie in den ersten Tagen, organisieren Unterkünfte und interkulturelle sowie sprachliche Einführungswochen, schlagen auch gemeinsame Ausflüge zu kulturellen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung vor und helfen so, sich in Dresden einzugewöhnen“, so Guagnini.

Die Praktikas dauern zwischen vier Wochen und sechs Monaten und einige Praktikanten haben sich so in die Stadt verliebt, dass sie blieben. „Dabei haben wir nicht nur die jungen Franzosen glücklich gemacht sondern auch die Unternehmen, die genau dieses Personal gesucht haben“ sagt Andy.

Sprachensommer für junge Deutsche und Franzosen

Mittlerweile schon Tradition bei Europa-Direkt ist der bereits seit Ende der neunziger Jahre veranstaltete „Sprachensommer“ des Vereins „Europa-Direkt“ im Juli und August eines jeden Jahres, der auch vom DFJW gefördert wird. Die vier Tandemkurse für junge Deutsche und Franzosen bestimmter Altersgruppen finden für jeweils eine Woche in Deutschland und Frankreich statt. Die Zwischenreise ist organisiert und wird gemeinsam erlebt.

Jugendliche beider Länder zwischen 13 und 17 Jahren können daran teilnehmen. Ziel ist es nicht nur, die Sprachkenntnisse zu verbessern, sondern gemeinsam eine erlebnisreiche Ferienzeit zu verbringen und durch viele Aktivitäten den Anderen besser kennenzulernen und neue Bekanntschaften und Freunde zu gewinnen. Los geht es am 21. Juli in Berlin und nach der gemeinsamen Reise wird der zweite Teil dann in der nordfranzösischen Hafenstadt Malo-Les-Bains fortgesetzt. Vom 30.7. bis 6.8. dann nach La Rouchette bei Paris und Berlin. Andere Kurse finden im August in Bourget-du-Lac bei Chambery in den französischen Alpen und in Berlin oder bei Paris und in Berlin statt.
Rechtzeitig anmelden empfiehlt sich, da die Teilnehmerzahl auf jeweils zehn deutsche und französische Plätze begrenzt ist und ein Kurs bereits vollständig gebucht wurde.

Text + Fotos (lv)

Weitere Infos unter http://www.sprachensommer.eu

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Radfahrer leben gefährlich in Dresden – Chronik eines vermeidbaren tödlichen Unfalls in der Neustadt

11 Samstag Feb 2017

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Eine Distel für..., Unterwegs

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Eine Distel für: Reinhard Koettnitz, Amtsleiter des Straßen- und Tiefbauamtes der Stadt Dresden

Tödlicher Radunfall in der Dresdner Neustadt

Vor einem Jahr am 8. Februar verunglückte eine junge Radfahrerin an der Fahrbahnverengung Bautznerstraße/Kreuzung Rothenburgerstraße. Gegen den Unfall verursachenden Kraftfahrer eines Betonmisch-Lasters erging am 24. August 2016 ein Strafbefehl des Amtsgerichts Dresden. Da gegen diesen Widerspruch eingelegt wurde, kommt das schreckliche Geschehen nun in eine öffentliche Gerichtsverhandlung, voraussichtlich im Mai 2017. 

Es musste erst ein Mensch sterben, um die Verantwortlichen der Stadtverwaltung zur Entschärfung einer längst erkannten außerordentlichen Gefahrenstelle zu bringen, an der sich Radfahrer lebensgefährlich in den Autoverkehr auf einer verengten Fahrspur zwängen mussten. Und auch dann noch brauchte es acht Monate nach dem Todesfall, bis zur Ankündigung der Bauarbeiten, die erst im Oktober 2016 begannen.

Ein Paar legt einen Blumenstrauß nieder, an der Stelle, wo bis Baubeginn ein weißes Fahrrad an den Unfalltod der Radfahrerin mahnte. „Es ist heute der Geburtstag unserer Tochter, die wir durch das schreckliche Geschehen verloren“ sagen sie dem Beobachter. Am 8. Februar 2016 war die Sechsundzwanzigjährige von einem Betonmischer abgedrängt und überrollt worden. Schwer verletzt erlag sie im Krankenhaus ihren Verletzungen. 

Die Gefahrenstelle

Radfahrer, die von der ausgebauten Bautzner Straße stadtwärts auf einer eigenen Radfahrspur kommen, wurden in die Kreuzung mit der Rothenburger Straße ohne Rad-Markierungen entlassen. Lediglich eine Randlinie, die breite weiße unterbrochene Bodenmarkierung, zwang alle Verkehre in die auf 3,05 Meter Breite verengte Fahrspur der Bautzner Straße – Bundesstraße 6. Dort müssen Radfahrer sich in den laufenden Verkehr der PKW und Laster einordnen. Ein Ausweichen über den Gehweg in die Parallelstraße ‚Kleine Bautzner‘ war (vor Entschärfung der Gefahrenstelle) durch einen umlaufenden und sturzgefährdenden 12 Zentimeter hohen Bordstein unmöglich. Kraftfahrzeugen ist das Ausweichen nach links durch Sperrstreifen auf den Straßenbahngleisen verwehrt.

Warnung vor extremer Gefahr

Der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub, Ortsgruppe Dresden) hatte bereits während der Planung und Erneuerung des östlichen Kreuzungsbereiches vor dieser Verkehrsführung im noch unsanierten Abschnitt der Bautzner Straße gewarnt. Nach Fertigstellung der Ausbaumaßnahme im Jahr 2013 und wieder rollendem Verkehr über die Kreuzung wurde die Gefahrenstelle für den Radverkehr überdeutlich manifest.

Indolenz der Verantwortlichen

Von „höllisch gefährlichen“ Situationen beim Einfädeln als Radler wurde dem ADFC berichtet, auch der Stadt. Nach persönlichem Vorsprechen und schriftlichen Eingaben kam es zu einer Ortsbegehung (28.4.2014) von Aktiven des ADFC mit dem Amtsleiter Straßen- und Tiefbauamt der Stadt Reinhard Koettnitz.
Dieser erkannte die Problemstelle, verwies aber darauf, dass bauliche Änderungen erst bei einer späteren Erneuerung des Abschnittes Bautzner- bis Glacisstraße möglich würden. Die Forderung nach einer sofortigen Abhilfe insbesondere mittels einer provisorischen Notmaßnahme durch Absenkung des Bordsteins, um Radfahrer direkt  in die ‚Kleine Bautzner’ einfahren zu lassen, nahm er ohne Entscheidung entgegen. Bei dieser Positionierung blieb die Stadt, auch in der Antwort des damaligen ressortverantwortlichen Baubürgermeisters, Jörn Marx. Der schlug die eindringliche Forderung des ADFC nach einer alsbaldigen Beseitigung der Gefahrenstelle ab – auch die einfache und vorläufige Maßnahme der Bordabsenkung und Markierung einer Furt. Der Bürgermeister verstieg sich im Schreiben sogar zu der Aussage „In meinem Geschäftsbereich sind dazu bisher noch keine Hinweise eingegangen“ – schlicht eine Lüge.

Entschärfung zu spät

Vom 18. Februar 2015 des Antwortschreibens der Stadt zählte die Stundenuhr dann noch 355 Tage bis zum Unfalltod der Radfahrerin. Für die Verunglückte 240 Tage zu spät begannen die Bauarbeiten für eine dann doch noch eilig vorgezogene Entschärfung der Gefahrenstelle für Radler in der Kreuzung Bautzner-Rothenburger Straße. Nach knapp dreiwöchiger Bauarbeit an der Todesecke können Radfahrer nun direkt in die Nebenfahrbahn, die „Kleine Bautzner“, einfahren. Der Umbau kostet nur noch 60 – nach vorher verlauteten 150 Tausend Euro. Ein niedriger Wertmaßstab des Systems für ein Menschenleben.

Verweigerungshaltung

Die Auflistung des ADFC-Dresden mit  Hinweisen auf die Gefahrenstelle für Radfahrer – die zu einer tödlichen wurde – der Warnungen, Forderungen nach Entschärfung, abschlägigen Antworten der Ämter, spreizt sich zu einer beängstigenden „Chronik des Behördenversagens“. Schade für die Bürger der Stadt.

Text + Fotos: Peter Bäumler

http://www.baeumler-agentur.de

 

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BilderAlbum: Erster Advent bezaubernd anders in der Alten Fabrik in der Neustadt

28 Montag Nov 2016

Posted by Lilli Vostry in Fotografie, Genießen, Lebensart, Unterwegs

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Eine Oase zum Träumen und Innehalten vom Alltagstrubel: Am ersten Advent öffnete wieder der so originelle wie urig-zauberhafte kleine Weihnachtsmarkt
im Hof der Alten Fabrik (ehemals Blaue Fabrik) auf der Prießnitzstraße in der Äußeren Neustadt. Hier gibt es viel zu entdecken an kreativen, selbst gestalteten Dingen zur eigenen Freude und für den Gabentisch, außerdem Stände mit Leckereien. Unter einem Baum dreht sich ein Karussell, wo Kinder auf  fliegenden Schwänen und Segelschiffen ins Land der Fantasie reisen können. Zudem erzählt der Märchenerzähler Frank-Ole Haake fantastische Geschichten für kleine und große Besucher. Für vergnüglich heitere Stimmung mit Melodien aus aller Welt sorgen verschiedene Musiker. Hier kommt man zusammen, um mit anderen eine schöne Zeit zu verbringen und genießen und den Zauber der Weihnacht zu erleben.
Es geht freundlich, locker und gelassen zu. Man fühlt sich wie in einer großen Familie, obwohl man die anderen gar nicht kennt, wärmt sich am Feuer und zieht heiter gestimmt weiter. Ein wunderbar entspannender Weihnachtsmarktbummel.

Text und Fotos (lv)

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BilderAlbum: Unterwegs in Dresden – Zeit des Lichts

28 Montag Nov 2016

Posted by Lilli Vostry in Fotografie, Unterwegs

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Die Novembersonne strahlt so hell wie selten und taucht die Stadt, dunkle Fassaden und ausgegrabene Altstadtreste am Neumarkt in ein zauberhaftes Licht. Licht und Schatten berühren sich. Der Musenengel auf dem Dach der Kunsthochschule schwebt vor blau weitem Himmel, die Weihnachtsbuden und der Lichterbaum auf dem Striezelmarkt wirken surreal, weit weg. Wären nicht die dunklen Schattenrisse der Bäume und noch buntes Herbstlaub, könnte man meinen es wird nicht Winter sondern Frühling. Doch die vielen Marktbuden und das lebhafte Getümmel zwischen Altmarkt, Schloss, Stallhof und Goldenem Reiter auf der anderen Elbseite demonstriert hartnäckig: Es wird Weihnachten! Komme was da wolle.

Text + Fotos (lv)

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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