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meinwortgarten.com

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Kategorien-Archiv: Theater

Nachlass – ein Theaterstück ohne Menschen im Kleinen Haus

19 Montag Jun 2017

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Fotos: Daniel Koch

Was Dinge über Menschen erzählen

Tür auf, Tür zu steht der Betrachter in einem anderen Lebens-und Erinnerungs-Raum in der berührend-eindrucksvollen szenischen Installation „Nachlass – Pièces sans personnes“ der Künstlergruppe Rimini Protokoll im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Ein abgedunkelter Gang mit vielen Türen, die sich öffnen und schließen.  Jeder der acht Räume birgt individuelle Gegenstände, Geschichten, Bilder und Blicke auf Menschen, die nicht mehr da sind. Was bleibt, wenn die Lebensuhr stehen bleibt, von uns zurück? Davon erzählt „Nachlass – Pièces sans personnes“, eine szenische Installation der Künstlergruppe Rimini Protokoll (Stefan Kaegi, Dominic Huber). Sie besuchten Menschen, die wissen, dass sie bald sterben werden und haben berührend-eindrucksvolle Räume des Erinnerns an sie geschaffen. Die Premiere dieser ungewöhnlichen Theateraufführung ohne Menschen war am Freitag abend im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Es ist ein seltsames Gefühl, einen Raum mit persönlichen Lebensdingen zu betreten und die Stimme des nicht mehr lebenden Menschen zu hören, dem sie gehörten. Der einen freundlich begrüßt und bittet Platz zu nehmen. Um sich Videoaufnahmen, Fotografien und andere Erinnerungsstücke auf dem Tisch, in Schubladen, Kartons und an den Wänden anzusehen. Und sie verabschieden den Besucher mit einem vieldeutigen „Adieu“ und „Auf Wiedersehen“. Da wird man scheu, erstaunt, ergreifend und fasziniert zum Augenzeugen, wie verschiedene Menschen – vom älteren Unternehmerpaar, über den im Höhenrausch sein Leben riskierenden, leidenschaftlichen Basespringer bis zur früheren EU-Botschafterin  – offen und freimütig, anrührend, gelassen, klar und gefasst und zuweilen mit leisem Humor über den Tod und ihr bald nicht mehr Dasein sprechen. Wie sie letzte Dinge ordnen, ihre Wünsche, Visionen und ihr Vermächtnis an die Nachwelt weitergeben. Da sitzt man in einem Raum auf einem bunten Orientteppich, lauscht den Klängen und sieht auf dem Bildschirm der letzten Reise eines älteren Mannes aus der Türkei zu, der in Istanbul bei seiner Familie bestattet werden möchte. “Vergessen Sie mich nicht. Schönen Tag“, wünscht er abschließend den Besuchern. Ein 44-jähriger, unheilbar kranker Mann hat ein Urlaubsvideo für seine kleine Tochter Marie zur Erinnerung aufgenommen. Dort steht er mit einer Angel an einem Fluss und denkt über sein Leben und die Fische nach, die bei ihm am Haken zappeln.

In einem Raum mit Bühne wandert das Scheinwerferlicht zu einem weißen Wollpullover auf einem Hocker, während die Stimme einer alten Dame erklingt. Sie war Schauspielerin und singt noch einmal eins ihrer Lieblingslieder. „Wenn Sie mich hören, bin ich nicht mehr da“, sagt Nadine Gros.

In einem gemütlich eingerichteten Wohnzimmer liegen auf dem Tisch Familienbilder ausgebreitet, ticken zwei Wecker ohne ihre Besitzerin weiter und hören die Besucher der wechselvollen Lebensgeschichte der fast 91-jährigen Ururgrossmutter zu, der die Ärzte als sie ins Altersheim kam zunächst nur noch wenige Tage gaben. Der Tod sei gerecht, sagt Jeanne Bellugi, da er natürlich ist und alle trifft. Und der Anblick auch nicht schlimm. „Tote sehen immer schön aus, so wunderbar entspannt, selbst die schlechten Menschen“, sagt sie.

Skurril und nachdenklich zugleich ist ein etwas anderes Beratungsgespräch im Büro des Unternehmers Dr. Günther Wohlfarth und seiner Sekretärin, Haus- und Ehefrau Annemarie. 62 Jahre waren sie ein Team. Jetzt sind die zwei Sessel leer. Die Lampe auf dem Schreibtisch brennt noch. Mit „Liebe Menschen in der Zukunft“ empfängt er die Zuhörenden. „Wenn Sie ein Glas Wasser möchten…“, sagt  seine Frau höflich zu den Gästen, die sich allerdings selbst bedienen müssen am Wasserbehälter. „Wie sieht Ihr Geschäftsplan für die Zukunft aus? Haben Sie eine aussichtsreiche Idee?“, kommt ihr Mann gleich zur Sache, als könne er anderen immer noch helfen. Und er gibt den Menschen der Zukunft als Lebensrat mit, dass sie skeptisch sein und keiner Ideologie glauben sollen.

In einem Raum voller Umzugskisten erzählt in einer Höraufnahme die ehemalige EU-Botschafterin Gabriele von Brochowski, zu dem Zeitpunkt 80-jährig und zeitlebens eine Weltreisende, noch immer energiegeladen, wie ihr Lebenswerk nach ihrem Tod weitergeführt werden soll. Aus ihrem Besitz gründete sie eine Stiftung, die Afrika helfen will und dafür Künstler, Intellektuelle und Unternehmer – das „Trio der Zukunft“ – fördert und zusammenbringt, um Armut und Korruption zu bekämpfen. „Afrika kann sich nur von innen heraus entwickeln“, ist ihre Vision. „Sie werden es erleben. Ich nicht mehr.“

Im letzten Raum mit heißen Punkrockklängen, die der Extremsportler sich auf seiner Beerdigung wünschen würde falls er verunglückt, begleiten die Besucher den Schweizer Basespringer Michael Schwery. Er ist 44jährig und Vater einer kleinen Tochter und zeigt in imposanten Videobildern seine Route in die Berge, bis zum Exit, dem Absprungort mit dem Gleitschirm aus schwindelerregender Höhe. Er weiß, dass immer etwas passieren kann, hat seine Familie entsprechend abgesichert. Doch das Gefühl der totalen Freiheit, nur mit seinem Körper in der Luft und nichts dazwischen während des Flugs zur Erde, sei stärker als die Angst vor dem Absturz und Tod. Die atemberaubenden Bilder aus der Vogelperspektive lassen offen, ob er diesen Sprung überlebte. Kaum ist der Film abgelaufen, geht die Tür auf und warten schon die nächsten Betrachter. So dass das besinnliche Element, Zeit zum Innehalten und Nachklingen im jeweiligen Lebensraum mit den vielen Eindrücken etwas zu kurz kommt. Am Premiereabend war ein reges Kommen und Gehen von Beginn ab 17 Uhr an. Rund 90 Minuten dauert der Besuch der szenischen Installation. Ein authentisches Theatererlebnis vor und hinter dem Lebensvorhang, das man nicht so schnell vergisst.

Weitere Aufführungen:

19. – 24.6., jeweils ab 17 bis 20.30 Uhr startet aller 15 Minuten eine Gruppe von ca. zehn Zuschauern in die szenische Installation. Beim Kauf einer Karte entscheidet man sich für eine bestimmte Uhrzeit. Durch die variable Aufenthaltsdauer kann es zu leichten Verschiebungen der Einlasszeit kommen.

 

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Theater auf dem Theaterplatz mit 120 Dresden: „Die Stunde da wir nichts voneinander wussten“ von Peter Handke

12 Montag Jun 2017

Fotos: Klaus Gigga/Staatsschauspiel Dresden

Skurrile Momente zwischen Traum und Alltag in dieser Stadt

Wundersame Dinge geschehen in dieser Stadt. Pilze wachsen plötzlich aus dem Steinboden vor der Semperoper. Straßenfeger kehren Kaffeebecher und Zeitungsfetzen zusammen. Ein roter Luftballon und ein weißer Taubenschwarm fliegen in den strahlend blauen Abendhimmel. Ein Stadtführer mit Fähnchen und eine Dame mit eingerollten AfD-Fahnen gehen über den Theaterplatz.

Der Theaterplatz wandelt sich zur Bühne für Peter Handkes Stück „Die Stunde da wir nichts voneinander wussten“. Die Premiere war am Sonntagabend. Dabei gibt es keine Grenze zwischen Spielern und Zuschauern, die beidseits des Platzes sitzen und sich gegenseitig neugierig und aufmerksam betrachten. Zu erleben war ein bunt-lebenspralles, kontrastreiches Bildertheater ohne Sprache, begleitet von atmosphärischen Klängen und Großstadtgeräuschen über die vielen Gesichter der Stadt, inszeniert mit 120 Dresdner Bürgerinnen und Bürgern unter Regie von Uli Jäckle. Die Darsteller tragen Alltagssachen, unter sie mischen sich berühmte Gestalten aus der Dresdner Historie und Kunst wie August der Starke im Goldenen Gewand, barocke Hofdamen oder Papageno neben adretten Stewardessen, schrulligen alten Frauen mit klappernder Spielzeugeisenbahn im Schlepptau und dunklen Gestalten schwer bepackt mit Koffern.

Sie laufen kreuz und quer über den Platz, stehen sich gegenüber und halten inne in ihren Posen. Ein Clown im bunten Flickenmantel schubst einen bequem lümmelnden Mann aus seinem Thronstuhl. Eine Kellnerin mit Kaffeetablett sucht in der Menge den einen passenden Gast. Eine Frau reicht ein großes knusprig braunes Kunstbrot an die Zuschauer, die es weitergeben. Ein Polizist mit Schäferhund streift vorbei an Fußballfans, einer Zirkusgruppe und anderen kuriosen Gestalten. Ein Segelboot fährt mit Möwengekreisch auf den Theaterplatz und ein Elefant auf blauen Rädern, gezogen von einer Nonne, die zu orientalischen Klängen gen Mekka betet.

Ein Mann in brauner Uniform tritt ans Mikro und fuchtelt mit den Armen nach oben und allen Seiten. Die bunte Menge marschiert an ihm vorbei mit mal offen ausgebreiteten Armen, mal hin und her rudernd, dirigierend oder mit geballten Fäusten. Momente aus dem Leben der Stadt zwischen banal Alltäglichem und Surrealem, Skurril-Komisches, Ernstes, Trauriges und Nachdenkliches treffen aufeinander, die jeder Betrachter für sich deuten kann.

Leider gab es wenig spannende Interaktion auf dem Platz. Nur die Uhr am
Schlossturm schlug zwei Mal dazwischen in der einstündigen Aufführung. Dabei sollte das Spiel unter freiem Himmel doch gerade auch von überraschender Spontanität leben und auftauchende Passanten Teil des Spiels werden. Bleibt zu hoffen, dass bei den weiteren der insgesamt sechs Vorstellungen (wieder am 12., 16., 17., 18. und 19.6., jeweils 19.30 Uhr) noch mehr die Zufälle des Lebens mitspielen. Dennoch herzlicher Beifall für den originell-wagemutigen Versuch der kulturellen Rückeroberung des Theaterplatzes.

(lv)

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Verfasst von Lilli Vostry | Filed under Theater

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Romantischer Rebell: Zorro an den Landesbühnen Sachsen

21 Sonntag Mai 2017

Posted by Lilli Vostry in Musik, Tanz, Theater

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Er ist Träumer, Narr und Rebell in einer Person: Der Mann mit der Maske, „Zorro“ lehrt die Bösewichte dieser Welt das Fürchten.

Mit viel südlicher Lebensfreude und Leidenschaft in Spiel, Gesang und Tanz feierte das Musical „Zorro“ von Stephen Clark (Buch und Gesangstexte) mit Musik der Gipsy Kings am Sonnabend Premiere an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Erstmals tauchte der legendäre Rächer des Volkes in Kalifornien zu Beginn des 19. Jahrhunderts, zur Zeit der spanischen Kolonialherrschaft, bei Johnston Mc Cully in seinem Groschenroman „The Curse of Capistrano“/Der Fluch von Capistrano auf. Seitdem ritt “Zorro” in unzähligen Mantel- und Degenfilmen über die Leinwände der Welt. Mit einem Wiegenlied für einen Jungen, der sich ungeliebt und übersehen fühlt und später zum Tyrann und Zorros Gegenspieler wird, beginnt die Inszenierung unter Regie von Manuel Schöbel und musikalischer Leitung von Jan Michael Horstmann an den Landesbühnen. Anfangs ist es nur ein Abenteuerspiel im Video festgehalten. Drei Kinder fechten und streiten im Wald, wer der Anführer sein soll. Doch daraus wird blutiger Ernst in dieser Geschichte um die zwei Brüder Ramon und Diego, die zu erbitterten Feinden werden, obwohl sich beide nur nach Liebe, Freiheit und Anerkennung sehnen.

Ramon (Andreas Petzoldt) fühlt sich benachteiligt vom Vater, vertreibt ihn aus dem Amt des Bürgermeisters und herrscht als selbstherrlicher Despot. Luisa, die schöne, starke und temperamentvolle Freundin aus Kindertagen (Iris Stefanie Maier) findet Diego in Barcelona, wo er statt zu studieren sein Leben genießt mit einer Gruppe Gitanos, die musizierend umherziehen. Aufgerüttelt von den gewaltsamen Zuständen in seiner Heimat, kehrt Diego (als romantischer Rebell: Carlos Matos) zurück. Er taucht abwechselnd als Narr in roter Uniformjacke und ganz in schwarz mit Maske als Rächer der Armen und Entrechteten auf, hinterlässt ein flammendes „Z“ mit seinem Degen, befreit zum Tod Verurteilte und entwischt Ramon immer wieder.

Die keck-verführerische Gitana Inez (Emily Burns-Scott) becirct den trottelig-fügsamen Sergeant Garcia (Marko Bräutigam) und erkennt Ramons selbstzerstörerischen Hass auf alle, die ihn einst gern hatten. Mit viel Herz und Schmerz, Dramatik und Komik erobert “Zorro“ die Herzen der Zuschauer, passend zur beginnenden warmen Jahreszeit, begleitet von feurigen Flamencoklängen, den Ohrwürmern der Gipsy Kings und hinreißenden, mal farbenfroh-fröhlich umherwirbelnden, stolz und kraftvoll mit den Füßen stampfenden Tänzerinnen und Tänzern. Begeisterter Beifall vom Publikum.

Nächste Vorstellungen: 21.5., 19 Uhr, 26.5., 19.30 Uhr und 9.6., 20 Uhr an den Landesbühnen

 

 

 

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Gabi Mut – Vom Leben geschlagert in der Comödie Dresden

14 Sonntag Mai 2017

Posted by Lilli Vostry in Musik, Theater

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Fotos. Oliver Fantitsch

Skurril-komische Zeitreise, bevor der Westen in den Osten kam

Zuerst tritt sie als braves Mädchen mit Zöpfen, weißer Bluse, Blümchenrock und Kniestrümpfen auf die Bühne, später singt sie voll Power mit wilder Mähne wie einst Tamara Danz von Silly. Voller Träume und Wandlungen ist der Weg der Sängerin, die freimütig ihr Herz ausschüttet und von ihren Höhen und Tiefen erzählt im Stück „Gabi Mut – Vom Leben geschlagert“. Das Schlagermusical von und mit Kathi Damerow hatte am Freitagabend Premiere in der Comödie Dresden.

Vor trist-altmodischer Kulisse mit vergilbter Blümchentapete, Blick auf Plattenbauten und Sandmännchen als Seelentröster nimmt die so zierliche wie quirlig-kraftvolle Darstellerin unter Regie von Maarten Flügge das Publikum mit auf eine Zeitreise in die DDR Anfang der 80er Jahre. Voller skurril-komischer, nahe gehender und nachdenklicher Momente Ost-Klischees auf die Schippe nehmend und gefühlvoll-mitreißender Lieder (Musik: Lukas Nimschek) ist dieser Rückblick in ein anderes Land vor der  deutschen Wiedervereinigung. In ihrem ersten Solostück – das bereits erfolgreich am Hamburger Schmidt Theater uraufgeführt wurde – spielt und singt die gebürtige Hagenowerin Kathi Damerow mit viel Witz und Selbstironie in flottem Perücken- und Klamottenwechsel: den naiven und aufgeweckten Teenager in der Talentshow „Sprungbrett“, der fleißig Altpapier und Flaschen sammelt für die heißbegehrten Knöchelturnschuhe, die nur unter der Hand zu haben sind. Sie macht Karriere als Schlagerstar und soll sich dafür „ein bisschen umhören“ im Volk für den Stasimann Werner (als dunkle Stimme aus dem Off zu hören) und lässt ihre Freundin Hella vom regierungskritischen Neuen Forum im Stich. Gerade als Gabi im „Kessel Buntes“ im Fernsehen mit ihrem Kosmonauten-Song so richtig abheben will, kommt die Nachricht vom Mauerfall und auf einen Schlag ist alles anders.

Das Publikum bangt und fühlt mit bei Gabis Erfolgen und Niederlagen, bewahrt sie vor dem nächsten Griff zur Flasche und steht ihr bei, weil sie nicht alles besser weiß, nicht unfehlbar ist, stark ist in ihrer Offenheit und Ehrlichkeit und sich nicht mehr mit vorgefertigten, einfachen Antworten zufrieden gibt in dieser Ostalgieshow zwischen Erinnerung und Gegenwart, Enttäuschungen und Weitergehen. Verliert nie den Mut, gab sie den Zuschauern mit auf den Weg. Herzlicher Beifall.

Nächste Vorstellungen: 7., 8., 21. und 22. Juli, 20 Uhr

 

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BilderAlbum: Eröffnung der neuen KulturOase Zentralwerk in Dresden

08 Montag Mai 2017

Posted by Lilli Vostry in Bildende Kunst, Film, Kultur, Lebensart, Literatur, Musik, Projekte, Tanz, Theater, Zwischenmenschliches

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Ein neuer Magnet der Kunst und Kultur für alle

Die noch grauen alten Fabrikgebäude zeigten sich mit den Künstlern und den zahlreichen kleinen und großen Besuchern farb- und ideenreich verwandelt zur Eröffnung des Zentralwerk am Sonnabend auf der Riesaer Straße 32 in Dresden-Pieschen. „Ein Ort, an dem sich Energien sammeln“, so lautet das Motto. Das Areal bietet nicht nur Wohn- und Arbeitsräume für rund 70 Künstler und Initiativen im Gelände, sondern auch Kunst und Kultur für alle. Mit Hilfe von öffentlichen Mitteln und der gemeinnützigen Stiftung trias entsteht hier bezahlbarer Raum für selbstbestimmtes Leben und Schaffen. Verwirklicht wird das Projekt von der dazu gegründeten Zentralwerk Kultur- und Wohngenossenschaft Dresden eG. Spenden und Kulturpatenschaften werden in die Sanierung des Gemeinschaftshauses investiert.

Mit Ausstellungen im Haupthaus, offenen Ateliers, einem rotierenden Kunst-Karussell aus Baumaterial und sich fortlaufend ändernden Bildern in einem Seitenflügel des Großen Saals, Videos zur Geschichte dieses Ortes, Musik, Tanz und Performances gab es schon mal einen Vorgeschmack auf das Kommende. Eine kleine Spieloase mit Holzschiff im Sand, Trampolin, Mal- und Bastelecken gibt es schon, aus ausrangierten Badewannen und Closetts sprießt Grün in die Höhe und das erste Hochbeet unter Bäumen beginnt zu blühen.

Text + Fotos (lv)

http://www.zentralwerk.de

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Premiere „Honig im Kopf“ in der Comödie Dresden

07 Sonntag Mai 2017

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Fotos: Anuk Fotografie

Eine humorvoll anrührende Reise durch die
Welt von Alzheimerkranken

Wenn der Kopf nicht mehr weiß, was das Herz will. Davon erzählt das Stück „Honig im Kopf“ nach dem erfolgreichen Kinofilm in der Comödie Dresden.

Das Essen steht im Bücherregal, da in der Spülmaschine kein Platz war. Aus den Lieblingsschuhen der Schwiegertochter will der alte Mann einen Kuchen backen und fackelt fast die Wohnung ab. In der Familie von Amandus Rosenbach ist nichts mehr wie es war seit seiner Alzheimererkrankung. Davon erzählt das Stück “Honig im Kopf“ nach dem gleichnamigen erfolgreichen Kinofilm von Hilly Martinek und Til Schweiger in einer Bühnenbearbeitung von René Heinersdorff. Die Premiere war am Freitagabend in der Comödie Desden.

Auf der fast leeren Bühne sitzt ein Mann allein auf einem Stuhl. Das Scheinwerferlicht wandert zwischen ihm und den einzelnen Familienmitgliedern wie aufscheinende Erinnerungen aus dem Dunkeln. Alzheimer ist wie Honig im Kopf, zähflüssig und klebrig. Das Gehirn kann man sich wie ein Bücherregal vorstellen, aus dem mal hier und mal da ein paar Bücher umkippen bis alles vergessen ist. So erklärt Tildas Vater, was mit ihrem Opa los ist.

Amandus Rosenbach (voll naiv-liebenswertem Charme und würdevoll: Hannes Fischer) vergisst und verwechselt immer mehr Namen, Dinge und Orte. Doch an den Heiratsantrag an seine geliebte Frau Margarethe in Venedig und ihren Apfelkuchen erinnert er sich noch genau. Nach dem Tod seiner Frau nimmt ihn zunächst unbekümmert Sohn Niko (Heiner Junghans) in seiner Familie auf, deren straff getimter Alltag samt pikanter Geheimnisse des Paars der alte verwirrte Herr mächtig durcheinander wirbelt. Bald nervt seine Frau Sarah (Meike Anna Stock) der schusselige Amandus nur noch. Hinter einer Flügeltür stehen seine Sachen, Möbel und Erinnerungsstücke übereinander gestapelt wie das Durcheinander in seinem Kopf. Bilder und Erlebnisse aus der Kindheit steigen wieder auf, unwichtige und wertvolle Dinge und Momente des Lebens sortieren sich neu.

Als der Vater von Tilda (kess und mitfühlend: Farina Violetta Giesmann) in seiner Verzweiflung den Opa in ein Heim geben will, entführt sie Amandus auf eine abenteuerliche Reise nach Venedig und hält sie mit der Kamera fest. Umgeben von kleinen Leuchthäusern, Booten und Säulen kommen sich auf der Suche nach ihnen auch Tildas Eltern wieder liebevoll nahe.

In einer Mischung aus Schauspiel und Videobildern erzählen und spielen die vier Darsteller. Höchst komisch, voller anrührender, aufwühlender, trauriger und schöner Momente, hin und her reißend zwischen Lachen, Weinen, Staunen und Ratlosigkeit kam diese Geschichte über Erinnerungsverlust und unvergessliche Gefühle auf die Bühne unter Regie von Ingmar Otto. Herzlicher Beifall vom Publikum. Mit einer Spendenaktion unterstützen die Schauspieler die Alzheimer-Gesellschaft in Dresden zudem beim Einrichten eines Fonds für Bildungsfreizeiten für betroffene Familien.

Nächste Vorstellungen: am 30. und 31. Mai, um 19.30 Uhr

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Zur Uraufführung „In Gottes eigenem Land“ – Bewegende Reise in die Geschichte deutscher Auswanderer

01 Montag Mai 2017

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Bilder- und klangreich und mit großartigem Zusammenwirken von Schauspielern und Laiendarstellern, den Community Players sowie mehreren Chören feierte das Stück zum Reformationsjubiläum 2017 am Sonnabend seine Uraufführung an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Der Bühnenhimmel ist abwechselnd dunkel, rot und tiefblau. Geräusche von Schüssen, Meeresrauschen und leise Melodien eines Chors begleiten die Reisenden: Eine bunte Menschenmenge, deutsche Auswanderer, die vor Krieg und Not fliehen auf einem Schiff nach Amerika, in die „Neue Welt“. Mittendrin der lutherische Theologe, Idealist und Erneuerer Heinrich Melchior Mühlenberg (voll wagemutigem Aufbruchsgeist: Moritz Gabriel).

Im Auftrag der Frankeschen Stiftungen Halle geht er 1742 nach Pennsylvania, um dort deutsche Gemeinden als Seelsorger zu betreuen. Von den Träumen, Hoffnungen und dem harten Überlebenskampf der Neuankömmlinge im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ und Freiheit erzählt das Schauspiel „In Gottes eigenem Land“ von Olaf Hörbe, der außerdem als Friedensrichter Conrad Weiser auf der Bühne steht, nach dem historischen Roman von Eberhard Görner, der seine Uraufführung anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 am Sonnabend an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul erlebte.

Die Inszenierung unter Regie von Damian Cruden nimmt das Publikum bilder- und klangreich – mit mal augenzwinkernd-salbungsvollen, mal herzergreifend tröstenden Kirchenliedern bis zu Countrymusik – mit auf eine spannende und bewegende Reise zurück in ein wenig bekanntes Kapitel deutscher Historie, deren Themen und Konflikte wie Leben in der Fremde und Umgang mit eigenen und anderen Werten und Religionen gerade hochaktuell sind. Zu erleben ist ein beeindruckend zusammen agierendes, großartiges Spielerensemble aus Schauspielern und Laiendarstellern, genannt Community Players, die Matrosen, Soldaten, Farmer und Indianer, Frauen und Kinder spielen, stimmreich begleitet von mehreren Chören und dem Vocalensemble Nobiles aus Leipzig. Da wird gestritten, gekämpft, geweint, gelacht, gesungen, getrunken, getanzt und gebetet auf dem geräumigen Holzdeck mit Tischen, Bänken und rauchumhülltem Kreuz auf der Empore. Die Kirchenoberen (Matthias Henkel und René Geisler) erteilen von dort aus Ratschläge und trinken Wein.

Zwei Erzähler (Holger Uwe Thews und Sophie Lüpfert) betrachten mitfühlend die kühne und gefahrenreiche Mission Mühlenbergs. Den Delawaren-Häuptling Fliegender Pfeil spielt Publikumsliebling Gojko Mitic, der würdevoll, weise, schelmisch und nachdenklich den Glaubens-Streit der lutherischen „Streithähne“ verschiedener religiöser Sekten und Anfeindungen gegen die indianischen Ureinwohner zu befrieden sucht. Auf der Hochzeit seines Freundes Mühlenberg überreicht er dessen Frau Anna Maria (als schöne und kluge Ratgeberin und Mutter: Julia Rani) eine indianische Perlenkette. Im Schlussbild klopfen Flüchtlinge in orangenen Rettungswesten ans Holzhaus der deutschen Einwanderer. Begeisterter Beifall für einen ergreifenden Theaterabend. Mit dem Stück gehen die Landesbühnen auch auf Tour in mehreren Bundesländern und wollen es außerdem in diesem Jahr am einstigen Wirkungsort von Mühlenberg in Pennsylvania aufführen.

Nächste Aufführungen: 30.4. und 1.5., 19 Uhr und 5.5., 20 Uhr an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.


Foto: Kathrin Krüger-Mlaouhia

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„In Gottes eigenem Land“ – ein Stück über Fremdheit und Ankommen an den Landesbühnen Sachsen

27 Donnerstag Apr 2017

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Das Schauspiel von Olaf Hörbe nach dem gleichnamigen historischen Roman von Eberhard Görner feiert am 29. April, um 19 Uhr Uraufführung an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul. 

Europa und Nord-Amerika im 18. Jahrhundert. Tausende Menschen verlassen Europa. Armut und Hunger, politische und religiöse Verfolgung oder Abenteurertum lassen sie den gefährlichen Schiffsweg nach Amerika wagen. Angekommen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, sind sie auf sich gestellt, treffen auf unterschiedliche Kulturen, Lebensweisen, Glaubensgemeinschaften.

Im Auftrag der Franckeschen Stiftungen Halle geht der lutherische Theologe und Prediger Heinrich Melchior Mühlenberg (1711 – 1787) im Jahr 1742 nach Pennsylvania, um die dort ansässigen deutschen Gemeinden zu betreuen. Nach seiner Ankunft in Philadelphia beginnt er mit dem Aufbau einer institutionalisierten lutherischen Kirche.

Doch seine Mission durchzusetzen, ist schwerer als gedacht. Machtkämpfe zwischen unterschiedlichen religiösen Sekten, persönliche Entbehrungen, Kriege, die wechselvolle Beziehung zu dem Delawaren-Häuptling «Fliegender Pfeil» – aber auch die große Liebe zu seiner Frau, die ihm eine starke Partnerin ist, bestimmen sein Leben. Überzeugt von der Vision einer toleranten, friedlichen Gesellschaft beteiligt er sich maßgeblich an der Gründung der neuen amerikanischen Demokratie.

Für die Inszenierung bietet der historische Stoff, basierend auf dem Leben und dem Werk des lutherischen Predigers Mühlenberg, Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Künstlern, Historikern, politischen Institutionen und Ausbildungsstätten sowie Kirchenvertretern in Deutschland und in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Dieses besondere Theaterprojekt zum Reformationsjubiläum 2017 bringt der britische Regisseur Damian Cruden mit einem großen Ensemble von Schauspielern, Laiendarstellern und Chören aus der Region auf die Bühne. Die Soldaten, Matrosen, Farmer, Indianer, Gemeindemitglieder, Männer, Frauen und Kinder werden von sogenannten „Community Players“ und Studierenden der Theaterakademie Sachsen gespielt. Die Rolle des Delawarenhäuptlings „Fliegender Pfeil“ übernimmt der aus vielen DEFA-Indianerfilmen bekannte Schauspieler Gojko Mitic. Moritz Gabriel vom Ensemble der Landesbühnen spielt die Hauptrolle des Pfarrers Mühlenberg.

Ab 29. April 2017 sind sie dann in Radebeul, Meißen, Großenhain, Torgau, Wittenberg mit dem Ensemble der Landesbühnen und zahlreichen Laienmitspielern aus den Regionen unterwegs.

Gojko Mitic: „Ich freue mich diese Rolle übernehmen zu können und erstmals für das sächsische Publikum auf der Bühne zu spielen. Für den Film „Söhne der Großen Bärin“ habe ich bereits vor 50 Jahren 1966 in der Sächsischen Schweiz gedreht. Ich habe mich gern vom Intendanten Manuel Schöbel für die Rolle des Delawarenhäuptlings  „Fliegender Pfeil“ im Stück „In Gottes eigenem Land“ verpflichten  lassen.“

Damian Cruden, Regisseur

Damian Cruden studierte am Royal Scottish Academy of Music and Drama in Glasgow, 1982–1986. Danach arbeitete er für das Tron Theatre und die TAG Theatre Company, und wurde Dozent des Scottish Youth Theatre. Damian zog nach England, wo er Co-artistic Director des Liverpool Everyman Youth Theatre wurde, übernahm dann die Aufgaben des Directors für Hull Truck in den frühen 1990er Jahre. Seit 1997 ist Damian Cruden Artistic Director des York Theatre Royal. Einige seiner Regiearbeiten wurden mit Preisen ausgezeichnet, wie z.B. die Inszenierung „Railway Children“, die den Laurence Olivier Award for Best Entertainment 2011 gewann.

Jane Taubert, Projektleiterin

„In Gottes eigenem Land“ – Schauspiel von Olaf Hörbe nach dem gleichnamigen Roman von Eberhard Görner – ist ein spannender Stoff, der aufgrund der historischen Parallele zur gegenwärtigen Flüchtlingsthematik ein ungeahntes Maß an Aktualität gewinnt. Durch die Mitarbeit vieler und durch die Förderung der Ostsächsischen Sparkassenstiftung kann nun das Konzept des Gastregisseurs Damian Cruden – nämlich eine inszenatorische Vision der „Community Ownership“ – in einem multilingualen Probenprozess verwirklicht werden. Dirk Strobel und das Theaterpädagogische Zentrum Sachsens werden uns bei der Einbindung der Laiendarsteller wichtige Partner in diesem Arbeitsprozess sein, denn das internationale Theaterprojekt bietet zahlreiche Gelegenheiten, das Ensemble der Landesbühnen Sachsen mit Veranstaltungspartnern, Vereinen, Kirchgemeinden und Bildungsinstitutionen sowie zahlreichen Laiendarstellern zu vernetzen.“

Zu den Laienmitspielern:

Das Konzept des Regisseurs Damian Cruden sieht eine Mitwirkung von zahlreichen Laienspielern – „Community Players“ genannt – vor. Diese werden gemeinsam mit dem Ensemble der Landesbühnen Sachsen und einigen Gastkünstlern wichtige Massenszenen der Inszenierung gestalten. Sie haben die letzten 12 Monate in Theaterworkshops und Proben trainiert. Diese Arbeit übernimmt ein Team von Mitarbeitern, das in Kooperation mit dem Theaterpädagogischen Zentrum Sachsen e.V. organisiert und koordiniert wird – sogenannte „Team Leiter“, die in den Disziplinen „Schauspiel“, „Tanz“, „Chorgesang“ und „Bühnenkampf“ mit den „Community Players“ probieren. Koordinator dieser Arbeit ist Dirk Strobel.

„Wir leben in einer bewegten Zeit. Viele Menschen sind unterwegs – auf langen Wegen durch Länder und über Meere, und auch innerlich, so und so fort von Konflikten und zu Konflikten hin. Wo – in der Welt, der Gemeinschaft und wo in sich selbst – findet man seinen Platz?“ Das ist eine Frage, die das Theaterpädagogische Zentrum Sachsen, immer bewegt und ein wesentlicher Antrieb seiner Arbeit ist. „Unsere Aufgabe war es, Menschen zusammenzubringen, die Lust haben, mit auf diese Reise zu gehen, mit uns in Workshops zu erkunden, wie Fremdheit und Ankommen sich anfühlen. Wie es ist, alles hinter sich zu lassen und neu anzufangen in einem fremden Land. Die sich erproben möchten in Schauspiel, Tanz, Kampf und Gesang. Und die in dieser großen Theaterproduktion auf der Bühne stehen möchten gemeinsam mit dem Ensemble der Landesbühnen Sachsen zu spielen und den Siedlern, Indianern und Soldaten Gesicht und Stimme zu geben.“  Außerdem sind mehrere Chöre aus der Region an dieser Theateraufführung beteiligt.

Vorstellungen :

Sa 29.04.2017 19:00 Hauptbühne; So 30.04.2017 19:00 Hauptbühne; Mo 01.05.2017 19:00 Hauptbühne; Fr 05.05.2017 20:00  Hauptbühne; Sa 03.06.2017 19:30 Hauptbühne; So 04.06.2017 15:00 Hauptbühne

So 11.06.2017 18:00 Kulturschloss Großenhain.
Fr 16.06.2017 20:30 Neue Burgfestspiele Meissen; Sa 17.06.2017 20:30 Neue Burgfestspiele Meissen
Do 22.06.2017 20:00 Schloss Hartenfels Torgau; Sa 24.06.2017 19:30 Eisleben Kulturwerk
Freitag, 30.06.2017, 20.00 Uhr und Sonnabend,1.7.2017, 20.00 Uhr Franziskaner Kloster Zeitz
07.07.2017 20:00 Storkow/Burg; Sa 08.07.2017 20:00 Storkow/Burg

Text: Petra Grubitzsch, Pressereferentin Landesbühnen Sachsen
Foto: Landesbühnen

Kasse: Tel. 0351/8954 214; Fax: 0351/8954 213

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152, 01445 Radebeul,
Tel. 0351/8954-0
http://www.landesbuehnen-sachsen.de

 

 

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„Sommer der Liebe“ – Die neue Spielsaison in der St. Pauli Ruine

23 Sonntag Apr 2017

Posted by Lilli Vostry in Musik, Tanz, Theater

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Mephisto steht feuerrot mit breitem Grinsen hinter Gretchen und Faust. Der Drachentöter Siegfried mit Punkfrisur umarmt kurz seine Kriemhild und tut kurz darauf wieder das, was ein Mann tun muss, nämlich Held spielen. Die widerspenstige Katharina legt sich mit den Männern an. Und die romantische Idylle im Elfenwald täuscht auch. König Oberon und seine Gattin Titania werfen sich gegenseitig Untreue vor und zwei junge Paare verirren sich im Wald. Dort sorgt Diener Puck mit einer Liebes-Zauberblume für ein lustvoll-komisches Verwirrspiel der Gefühle. Willkommen zum „Sommer der Liebe“ – unter diesem Motto eröffnete die neue Spielsaison in der urigen St. Pauli Ruine am Königsbrücker Platz im Hechtviertel in Dresden am Freitag abend.

Bei ihrem Theaterfest zeigten gestandene und neue Akteure, die in ihrer Freizeit Theater spielen, mit reichlich Herzblut, Spielfreude, Einfallsreichtum und Humor Ausschnitte aus dem Repertoire und den zwei bevorstehenden Premieren „Der Widerspenstigen Zähmung“, eine Komödie von Peter Dehler nach William Shakespeare (5.5., 20 Uhr) und „Ein Sommernachtstraum“, ein Liebesspiel ebenfalls von Shakespeare (16.6., 20 Uhr). Außerdem gab es vielfältige musikalische Kostproben von Gästen der Theaterruine. Darunter die Dresdner Band „enVivo“ um die Sängerin Alexandra Kayser, die von den Philippinen stammt und mit glasklar-fragiler und zugleich kraftvoller Stimme Lieder aus eigener Feder aus ihrem Programm „Nothing left to say“ sang (zu erleben am 23.4., 19.30 Uhr).
Ein Magier auf der Gitarre ist der Leipziger und jetzt in Dresden lebende Musiker Christian Buchmann, der stilistisch stimmungsreiche Klangbilder erzeugt mit Eigenkompositionen wie „Der Joker“, „Wüstenplanet“, „Der Schamane“ oder „Spieluhr“. Mehr davon gibt es bei einer „Guitarmania“ (Gitarrennacht) mit ihm solo und zusammen mit dem mehrfach preisgekrönten Musiker Falk Zenker, der Buchmanns erster Gitarrenlehrer war. Sie präsentieren außerdem ein außergewöhnliches Nachwuchstalent mit dem französischen Musiker Antoine Boyer an der Gipsy-Gitarre (am 26.4., 19 Uhr).

Text + Fotos (lv)

http://www.pauliruine.de

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Freakstadt 1 im Dresdner Barockviertel

19 Mittwoch Apr 2017

Posted by Lilli Vostry in Tanz, Theater

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Vier Tage Theater und Tanz zum Träumen und Staunen mit Cie. Freaks und Fremde & befreundeten Künstlerteams aus aller Welt im Societaetstheater.
Auch wenn die Temperaturen gerade nicht verlockend sind, wir tanzen in den Frühling! In der FREAKSTADT, beim neuen Format der Cie. Freaks und Fremde im Societaetstheater Dresden.

Vom 27. bis 30. April verkünden sie zum ersten Mal den monatlichen Ausnahmezustand im Barockviertel. Vier Tage lang sind aktuelle Produktionen der Compagnie und befreundeter Künstlerteams aus aller Welt zu erleben. Gemeinsam mit den Zuschauern wird mit Theater und Tanz experimentiert und geforscht, kühne Redner erklettern das Podium von Speaker’s Corner und für die Serienfreaks unter den Theaterbesessenen gibt es jeden Monat eine neue Folge der FREAKSTADT-SAGA. Mit dabei u.a. Heiki Ikkola, Sabine Köhler, Jule Oeft, Sønderling, Ahsan Nadeem Sheikh, Daniel Williams, Frieder Zimmermann und Suse Wächter….

Alle Vorstellungen / Veranstaltungen eines Abends gibt es für EIN Ticket / Wer alle vier Abende erleben will, zahlt nur für drei. Schnell Tickets unter 0351 – 803 68 10 sichern.

Text  + Foto: Isolde Matkey/tristan production

 

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Lilli Vostry

Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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