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meinwortgarten.com

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Kategorien-Archiv: Theater

Premiere „Rübe“ im Theater Junge Generation: Die Träume wachsen in die Höhe

20 Dienstag Dez 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Humor und Fantasie sprießen reichlich
am neuen Spielort im Kulturkraftwerk Mitte.

Ein rot schimmernder Fleck auf der Bühne entfacht die Neugier, Fantasie und Träume. Er sorgt für Staunen, Bewunderung, aber auch für Furcht, Streit und Ungewissheit, was daraus wird. Es gipfelt im Satz: “Diese Rübe übertrifft einfach alles!“ Das wundersame Gewächs sprießt im nicht minder großartigen, neuen Theaterhaus, eifrig begossen in die Höhe im Stück “Rübe“ von Autor und Regisseur Ulrich Hub nach Motiven eines russischen Volksmärchens. Die mit viel skurrilem Humor, Poesie und Hintersinn für Zuschauer ab acht Jahre liebevoll erzählte Geschichte, begleitet von lustigen Tubaklängen, feierte am Sonntagnachmittag Premiere am neuen Spielort des Theaters Junge Generation im Kulturkraftwerk Mitte.

Um Spielen, Warten, Finden und Veränderungen im Leben geht es auch in der Geschichte „Rübe“, die bereits 1971 und 1984 im TJG inszeniert wurde. Graue Wände und Langeweile durchziehen den Raum, in dem auf alten Sofas eine Großfamilie auf dem Lande zusammenhockt, mit Fellmützen, Wolldecken und Samowar. Das ändert sich schlagartig, als das quirlige Mädchen Pip (Judith Nebel) ein winziges rotes Ding im Boden entdeckt, vor Freude kreischt, jauchzt, es beschwört und ängstlich unters Sofa kriecht. Die anderen eilen herbei und machen sich höchst komisch, ernsthaft bis beängstigend real eine Rübe um das Gewächs, das für die Zuschauer nicht sichtbar ist, was die Spannung bis zuletzt aufrecht erhält. Sie leuchtet hinter dem Fenster im Garten in wechselndem Farbspiel von rosarot bis schwarz bedrohlich und dient abwechselnd als Symbol sowohl für Wachstum, Hoffnung, eine strahlende Zukunft als auch für Gier und außer Kontrolle geratenen Größenwahn.

Im Streit um die Rübe, wem sie gehört und was mit ihr geschehen soll, werden alle möglichen Situationen durchgespielt und wächst die Gemeinschaft der Großfamilie am Ende wieder zusammen: Das sich hinter seinem Buch versteckende Mädchen mit der grünen Mütze (Susan Weilandt), der alte, vergessliche Mann (herrlich schrullig: Roland Florstedt), die abwechselnd forsche und wehmütige Jojo
(Charlotte Mednansky), der cool-feierlustige Egor (Moritz Stephan) und die finsteren Kontrolleure und Wachstumsbeschleuniger Fitz (Gregor Wolf) und seine Kumpanin Laska (Babette Kuschel). Am Ende besinnen sie sich wieder auf das was sie haben und teilen miteinander die Gurken, die auf einmal gar nicht mehr so sauer schmecken. Herzlicher Beifall.

Titelfoto: Marco Prill

Nächste Vorstellungen:
21., 22.12., 10 Uhr; 25., 26., 27.12., 16 Uhr und 28.12., 11 Uhr.

http://www.tjg-dresden.de

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BilderAlbum: Hereinspaziert ins KulturKraftwerk Mitte!

20 Dienstag Dez 2016

Posted by Lilli Vostry in Fotografie, Kultur, Theater

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Der  Name ist Programm: Kultur ist ein Kraftwerk! Ein neues Areal aus Kunst, Kultur und Kreativität, das einzigartig ist in seiner Art deutschlandweit, entsteht derzeit auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände am Wettiner Platz 7 in Dresden. Und die Stadt sorgt endlich einmal wieder für positive Aufmerksamkeit mit dieser neuen Sehenswürdigkeit und Kulturstätte mitten in der Stadt. Wo einst der Strom für Dresden produziert wurde, soll jetzt das Publikum elektrisiert werden mit jungem Theater für alle, ob jugendlich oder älter, aus nah und fern und Unterhaltung pur in aller Vielfalt.

Eine erste, beeindruckende Kostprobe gab es zur Eröffnungsfeier am Freitagabend und bei mehreren Premieren am Wochenende mit dem nun gemeinsam unter einem Dach spielenden Schau- und Puppenspiel-Ensemble vom Theater Junge Generation und der Staatsoperette Dresden.“Einfach nur glücklich“ über das neue Haus, eine gelungene Mischung aus historischem Industriedenkmal aus dem 19. Jahrhundert mit rotem Ziegelmauerwerk, Eisenträgern und Kranteilen unter der Decke und moderner Architektur mit gläsernen Fahrstühlen und modernster Bühnentechnik, zeigten sich die beiden Intendanten Felicitas Loewe und Wolfgang Schaller. 977 Tage nach dem ersten Spatenstich und einer Investition von knapp 100 Millionen Euro konnten die Theaterleute endlich aus ihren baufälligen, bisherigen Domizilen umziehen.
Das Kulturkraftwerk verbinde alles, was Dresden ausmacht als Kunst- und Kulturmetropole, die sich für 2025 als Kulturhauptstadt Europas bewirbt, sagte OB Dirk Hilbert in seiner Festrede im neuen Operettensaal. Nach der Eröffnung ging es gleich bunt theatralisch und musikalisch zu beim Flanierprogramm für die rund 600 Gäste, die an zehn Standorten im ganzen Haus die neuen Bühnen ansehen und vielfältige Gastgeschenke wie Performances, Lesungen und Schauspiel von Künstlern anderer Einrichtungen und der freien Szene erleben konnten. Der Theaterbau besteht aus dem sanierten ehemaligen Maschinenhaus und einem Neubau, in letzterem locken nun die Staatsoperette Dresden und die große Bühne des TJG zu ihren Vorstellungen. Insgesamt gibt es nun vier Bühnen und einen Probenturm mit entsprechenden Räumen. Auf dem Balkon des Theatergebäudes haben sich zudem zwei Bienenvölker angesiedelt, derer sich der Dresdner Imkerverein inzwischen angenommen hat. Besucher der Operette können vor der Vorstellung einen Blick auf die emsigen Tierchen werfen, von den Zugängen zum neuen, klimatisierten Zuschauerraum im zweiten Obergeschoss aus. Im Programm stehen Operetten, Musicals und Spielopern, darunter „Orpheus in der Unterwelt“, „Die Fledermaus“ und „Im Weissen Rössl“ ebenso wie „Catch Me If You Can“ oder „La Cage aux Folles“ und das zauberhafte „Märchen vom Zaren Saltan“. In der neuen Aufführungs-Reihe „Generator“ im TJG werden fünf verschiedene Theaterprojekte in Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern gezeigt.
Im Entstehen im Kraftwerksgelände sind außerdem eine Kunsthalle und eine Kreativzentrale als lebendiger Co-Working Space. Weitere Infos unter http://www.neonworx.de (ab Februar 2017)

Informationen zum Spielplan und Ticketverkauf unter http://www.tjg-dresden.de
oder Tel. (0351) 3204 27 77
und unter http://www.staatsoperette.de, Tel. (0351) 207 99 99

Text + Fotos (lv)

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Die zwei Sandstein-Musen „Musik“ und „Tanz“ wurden 1945 aus dem kriegszerstörten Albert-Theater geborgen und bisher im Lapidarium der Zionskirche aufbewahrt. Nun empfangen sie die Besucher im neuen Kulturkraftwerk. Neben ihnen der immer noch witzig-vitale „alte Herr“ des Puppenensembles namens T.J.G. bei der Eröffnungsfeier.

 
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Operettensängerin Ingeborg Schöpf freut sich über das neue Haus.
Musiziert und getanzt wurde bis nach Mitternacht am Eröffnungsabend.

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Die Außenfassade des neuen Kulturkraftwerks Mitte unweit vom Bahnhof Friedrichstadt.

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Eröffnung Kulturkraftwerk Mitte: Bühne frei für Theater, Kunst und Partys in der Spielstätte GENERATOR des TJG

16 Freitag Dez 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Mit vier Premieren und der Kunstinstallation „Magic Schaltwarte“ feiert das Theater Junge Generation vom 16. bis 18. Dezember seinen Einzug ins Kultur-Kraftwerk Mitte in Dresden.

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Mit dem GENERATOR startet im Theater Junge Generation (TJG) in Dresden eine neue Inszenierungsreihe in einem außergewöhnlichen Kunstraum. Teil des großen Eröffnungs- und Premieren-Wochenendes des TJG im Kraftwerk Mitte vom 16.-18. Dezember und des sich anschließenden Spielplans sind vier Uraufführungen im sogenannten GENERATOR. Der GENERATOR ist ein temporär in die neue Studiobühne des TJG eingebauter Kunstraum zum Experimentieren, in dem die Energie des alten Kraftwerks die gegenwärtigen Ideen des neuen Theaters befeuern soll.

Als räumlich-künstlerische Adaption der historischen Schaltwarte ist der GENERATOR eine begehbare Installation („Magic Schaltwarte“) der TJG-Bühnen- und Kostümbildnerin Grit Dora von Zeschau in Zusammenarbeit mit den Videokünstlern Franz Ehrenberg und Marco Prill sowie dem Klangkünstler Christoph Herrmann und zugleich Bühnenraum für die gleichnamige Inszenierungsreihe. Im GENERATOR setzt sich das Theater künstlerisch und spartenübergreifend mit dem neuen Ort auseinander. Im Mittelpunkt steht eine konsequente Erweiterung ästhetischer Vielfalt und künstlerischer Partnerschaften in einem performance-geprägten und internationalen Rahmen. Wichtiger Bestandteil aller Inszenierungen ist eine gewollte Mitautorenschaft der Zuschauer und somit auch ein Verhandeln von Demokratieprozessen auf der Kunstebene.

Damit wendet sich das TJG neben seinem jugendlichen auch explizit ans erwachsene Publikum. In „viel|leicht“ (Uraufführung) lotet der griechische Choreograf und ehemalige Forsythe-Tänzer Ioannis Mandafounis die biografische und körperliche Vielschichtigkeit des gesamten TJG.-Schauspiel-Ensembles aus. Für „On tradition: the young generation“ (UA) erkundet die britische Choreografin und Videokünstlerin Jo Parkes das Dresdner Stadtzentrum und erarbeitet Videoporträts junger Menschen, die dort leben oder zur Schule gehen. Das entstandene Videomaterial wird in den GENERATOR eingespeist und dort live von SpielerInnen der TJG.-Theaterakademie „beantwortet“. In „Besuchszeit vorbei“ (UA) untersucht der israelische Regisseur und Puppenspieler Ariel Doron zusammen mit dem Ensemble des tjg.-Puppentheaters das Thema Willkür des Tötens. Auch dabei entsteht eine Arbeit, die die Zuschauer nicht aus der Verantwortung entlässt. Mit „Bye Bye Universe“ (UA) bringt schließlich das Autorinnen- und Performerinnen-Kollektiv Henrike Iglesias das Format der inszenierten Party in den GENERATOR.

Nach der Reihe mit Projekten internationaler KünstlerInnen nehmen dann im April 26 SpielerInnen des TJG den GENERATOR in Beschlag: Performance, Monolog, Collage, Konzert … in vielfältigen Formaten stellen die fest engagierten Puppen- und SchauspielerInnen ihre Sicht(en) auf das Theater vor und bringen auf die Bühne, was sie persönlich umtreibt. Die Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Tage der Freiheit“ findet unter künstlerischer Leitung des tjg.-Hausregisseurs Nils Zapfe statt.

http://premieren.tjg-dresden.de/generator.html

Text: TJG; Foto: Marco Prill

„Magic Schaltwarte“
ein Projekt im GENERATOR von Grit Dora von Zeschau ~ 16+ ~ Installation
Von 1930 bis 1996 speiste die Schaltwarte des Kraftwerk Mitte die dort produzierte Energie in die Stadt Dresden ein. Die Architektur und Funktion dieser Schaltwarte aufgreifend hat Raumbildnerin Grit Dora von Zeschau jenes Herzstück des ehemaligen Heizkraftwerks auf der Studiobühne des TJG als Rauminstallation GENERATOR neu erfunden. Der GENERATOR ist kein Nachbau, keine Rekonstruktion, sondern eine künstlerische Übersetzung eines funktionalen Raumes ins Theater. Zur Spielzeiteröffnung zeigt das TJG darin fünf GENERATOR-Projekte, die in Zusammenarbeit mit internationalen KünstlerInnen entstanden sind. Den Auftakt macht die begehbare Raum-Sound-Video-Installation „Magic Schaltwarte“. Sie ist ein trojanisches Pferd, hinterfragt Konzepte von Realität, führt ihre BesucherInnen auf falsche Fährten und lässt so die Grenzen zwischen Original und Fake verschwimmen und neu entstehen.
Grit Dora von Zeschau studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Seit 2000 arbeitet sie als freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin, unter anderem am Staatsschauspiel Dresden, am Staatstheater Stuttgart, am Nationaltheater Weimar und am Schauspiel Leipzig. Seit 2008 verbindet sie eine enge Zusammenarbeit mit dem TJG, wo sie seit 2015 fest engagiert ist.
#tjggenerator
Eröffnung: Fr. 20.30 Uhr
Vernissage: Sa. 17 Uhr
Installation aktiv: Fr. 20.30-21.15 Uhr/Sa. 15-15.45 Uhr, 17-17.45 Uhr, 20.30-21.15 Uhr/So. 15-15.45 Uhr, 18.30-19.15 Uhr

„On tradition: the young generation“
Regie: Jo Parkes ~ 16+ ~ Theaterakademie
Das tjg. zieht in ein neues Stadtviertel und ist neugierig, wer seine NachbarInnen sind! Im Auftrag der Theaterakademie erkundet die britische Choreografin und Videokünstlerin Jo Parkes die Friedrichstadt und erarbeitet Videoporträts junger Menschen zwischen 9 und 19 Jahren, die dort leben. Das Thema ihrer Recherche ist „Tradition“: Was tust Du, was Deine Eltern oder Großeltern schon getan haben? Welche Traditionen sind Dir wichtig? Was kann weg? Das entstandene Videomaterial wird in den Generator eingespeist und dort live von SpielerInnen der Theaterakademie „beantwortet“. Auf gute Nachbarschaft!
Jo Parkes kreiert unter dem Label Mobile Dance seit über 15 Jahren partizipatorische Tanzprojekte, die häufig filmisch dokumentiert werden. Sie arbeitet vorwiegend mit Nicht-Profis, so auch in ihrem „On Tradition“-Projekt, das 2015 im Berliner Stadtteil Wedding entstand: In kurzen Videoporträts berichteten Menschen verschiedener Herkunft, die in der Badstraße arbeiten oder Geschäfte betreiben, von ihrem Verhältnis zu Traditionen. Für den Generator entsteht die Fortschreibung dieser Arbeit mit Dresdner Jugendlichen.
PREMIERE: Sa. 18 Uhr

„viel|leicht“
Regie: Ioannis Mandafounis ~ 16+ ~ Schauspiel
19 DarstellerInnen, 19 Menschen, 19 Körper sind ein vielschichtiger Corpus, sind das Schauspiel-Ensemble des tjg. theater junge generation. Dem Publikum sind sie vertraut, jeden Morgen und Abend verwandeln sich diese Menschen in Prinzessinnen und Prinzen, Schulkinder, LehrerInnen, Raben, kleine Hexen …
Mit ihren Biografien und ihrer Körperlichkeit treten die SchauspielerInnen hinter ihre Figuren, in „viel|leicht“ ist das anders.
Zusammen mit dem griechisch-schweizerischen Choreografen Ioannis Mandafounis, der bei der Forsythe Company tanzte und weltweit als Choreograf und Tänzer agiert, hat das Schauspiel-Ensemble eine Stunde Tanz und Bewegung erarbeitet, die sich jede Vorstellung aus alltäglichen Bewegungen und vorgegebenen, geheimen Regeln neu zusammensetzen wird. So agieren die Mitglieder des Ensembles miteinander, nebeneinander, in der Gruppe und lassen immer neue Bilder, Situationen und Figuren entstehen.
PREMIERE: Sa. 21.30 Uhr

„Besuchszeit vorbei“
Regie: Ariel Doron ~ 16+ ~ Puppentheater
Exekutionen, Tötungen, Hinrichtungen: Immer schon haben Menschen sich angemaßt, den Tod eines anderen Menschen zu fordern, dem Anderen seine Daseinsberechtigung abzusprechen, ein Todesurteil zu vollstrecken. In der Regie des israelischen Regisseurs Ariel Doron stellt das Puppentheater-Ensemble nicht weniger zur Debatte als das Töten in seiner Willkür, Zufälligkeit und gleichzeitigen Zwangsläufigkeit – ohne dabei die ZuschauerInnen für einen Augenblick aus der Verantwortung zu entlassen.
Der Puppenspieler und Regisseur Ariel Doron studierte Figurenspiel an der School of Visual Theatre Jerusalem sowie Film an der Universität Tel Aviv.
Er tourt mit seinen international viel beachteten Produktionen „Plastic Hereos“ und „Pinhas!“ auf Festivals in ganz Europa und Asien.
PREMIERE: So. 19.30 Uhr

„Bye Bye Universe“
von Henrike Iglesias, Charlotte Mednansky und Judith Nebel ~ 16+ ~ Schauspiel
Es ist soweit. Wir haben es geschafft. Das ist das Ende von allem. Der BIG RIP steht kurz bevor und er wird das Universum komplett zerreißen. Stella und Nancy, Party-Organisatorinnen mit internationalem Renommee, laden zur letzten Party EVER ein. Auf den letzten Metern muss noch allerhand erledigt werden: Geständnisse werden gemacht, unzählige Drinks werden getrunken, jedeR tanzt noch mal zum Lieblingshit, es wird sich geprügelt, es wird sich versöhnt, es wird sich verliebt, niemand muss alleine sterben.
Henrike Iglesias ist ein Autorinnen- und Performerinnenkollektiv, das sich 2012 aus Studentinnen des Fachbereichs Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation der Uni Hildesheim gründete. Mit ihrer ersten Performance, wir kommen nicht aus dem showbiz (auch wenn man das vielleicht denken könnte) gewannen sie 2013 den Publikumspreis der Sophiensaele beim 100° Berlin Festival. Es folgten Arbeiten am Schauspiel Leipzig, am Theater Roxy Birsfelden (CH), den Sophiensaelen und in dieser Spielzeit am Theater Bielefeld. Die drei Mitglieder Laura Naumann, Anna Fries und Marielle Schavan arbeiten bei ihrem Projekt für den Generator mit den tjg.-Schauspielerinnen Judith Nebel und Charlotte Mednansky zusammen.
PREMIERE: So. 21.30 Uhr

 

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Die Kunst zu sterben – Ein Abend über die Kunst, die Liebe und das Vergehen von Zeit im Societaetstheater

05 Montag Dez 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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In der Aufführung DIE KUNST ZU STERBEN nähert sich die Dresdner Künstlergruppe theatrale subversion, unsere Förderpreisgewinner 2017, den Fragen nach Leben und Tod. Im Mittelpunkt des Abends steht die 76-jährige Schauspielerin Ilse Bendin. Was auch immer in ihrem Alltag passierte, auf der Bühne musste sie als Künstlerin agieren und unzählige Bühnentode sterben. Wie vermischt sich die Kunst mit den eigenen Niederlagen? Ein Abend über die Kunst, die Liebe, das Vergehen der Zeit, aber vor allem einer über die Würde des Menschen.
Die Dresden-Premiere findet am 7.12., um 20 Uhr im Societaetstheater Dresden statt.

DIE KUNST ZU STERBEN

Idee: Michael McCrae | Konzept und Regie: Michael McCrae, Romy Weyrauch | Spiel: Ilse Bendin, Romy Weyrauch, Stephanie Krah | Musik: Stephanie Krah | Bühne: Katja Turtl | Produktionsleitung und dramaturgische Beratung: Martin Zepter

Weitere Vorstellung: 08.12.2016

Tel. 0351/ 8 11 90 35 | Fax 0351 / 8 11 90 50
www.societaetstheater.de
Societaetstheater gGmbH
An der Dreikönigskirche 1A, 01097 Dresden
Geschäftsführung: Andreas Nattermann

 

 

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Schräger Weihnachtsspaß: Der Nanny an der Comödie Dresden

05 Montag Dez 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Komischer Kauz rettet den Weihnachtsfrieden

Weihnachten steht vor der Tür. Doch der Bauunternehmer Clemens ist voll beschäftigt. Er plant eine Luxuswohnsiedlung und muss nur noch einige hartnäckige Mieter aus dem Hafenkiez vertreiben. Doch die wehren sich.
Einer von ihnen, Rolf, schwört Rache und heuert undercover als männliche Nanny in Clemens` Haushalt an. Das sorgt für allerlei Turbulenzen, Zoff und Überraschungen in der Familienkomödie „Der Nanny“, die nach dem gleichnamigen Kino-Erfolg von Matthias Schweighöfer im letzten Jahr nun auf die Bühne kam. Die Premiere war am Freitagabend in der Comödie Dresden.

Auf der Bühne prallen zwei Welten, eine Skyline aus klotzigen Hochhäusern und am Rande eine urige, ebenfalls vom Abriss bedrohte Fischerkneipe aufeinander. Da geht es abwechselnd rau, hart und herzlich zu. Dabei dominieren schnelle, derb comedyhafte Späße, garniert mit poppigen Weihnachtsliedern und bleibt wenig Raum für leise, besinnliche Töne in dieser recht platten Sozialromanze mit Happy End (Bühnenfassung und Regie: Christian Kühn). So cool und lässig der unablässig telefonierende Bauunternehmer Clemens aus dem Aufzug auftaucht und verschwindet (Andreas Elsholz), so aufsässig sind seine Kinder Winnie (Sabrina Sauer) und Theo (Fritz Becker), die bisher jede Nanny in die Flucht schlugen.

Auch die so dickfellige wie gutmütige Ilona mit Ruhrpott-Dialekt (köstlich Mackie Heilmann in vier Rollen, u.a. als eiskalte Investorin im Domina-Stil und abgehoben hilflose Therapeutin) verzweifelt fast an ihnen. Immer neue, albtraumhafte Streiche spielen ihr die äußerlich adretten, aber rotzfrechen und hinterhältigen, allein gelassenen Gören in dem sachlich-kühl ausgestatteten Appartement. Dann landet der schrullig-verrückte Rolf (Carsten Strauch), der Mann, der sich am Kühlschrank anketten ließ aus Protest gegen den Abriss seiner Wohnung, als Nanny in der Familie des Bauunternehmers. Er erträgt tapfer alle Streiche für seine hehre Mission und die widerspenstigen Kinder schließen den komischen Kauz nach und nach in ihr Herz, da er Zeit für sie hat, mit Theo technische Wunderdinge bastelt und Winnies Schulprobleme und Liebeskummer anhört.

Die Fischerkneipe mit der forschen Besitzerin Steffi (Meike von Bremen) dient als Beratungs- und Zufluchtsort. Wo alle gemeinsam mit einer Familientherapeutin Origami-Sterne zum Wutabbau falten und wo sich die Kinder mit Rolf verbarrikadieren und einsetzen für den angeblichen „Geiselnehmer“. Zuletzt sitzen alle in trauter und harmonischer Runde doch noch als Familie am Weihnachtstisch. Viel Applaus gab es zur Premiere für diese reichlich schräge Weihnachtskomödie.

Nächste Vorstellungen: 13., 14., 15., 16.12., 19.30 Uhr, 17.12., 15 + 19.30 Uhr und 18.12., 15 Uhr

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Hetären und andere Weibereien – eine Kunstkeller-Revue zum Jubiläum

03 Samstag Dez 2016

Posted by Lilli Vostry in Fotografie, Musik, Theater

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Mit viel Witz, Herz und Humor überraschten mit ihrem Programm „Hetären und andere Weibereien“ – eine Kunstkeller-Revue zum 20-jährigen Jubiläum die drei Musen Kristin Rudloff, Fräulein B.Engel und Solvig Frey, schwungvoll begleitet von Christian Mögel am Piano, den Galeristen Volkmar Fritzsche und seine Gäste. Die Aufführung auf der Minibühne der „Galerie Kunstkeller aktfotoART Dresden“ war sein Geschenk für die vielen gemeinsamen fotokünstlerischen Projekte und Ausstellungen mit seinen Modellen, Männern und Frauen zwischen 18 und 80 Jahren.

Die drei Darstellerinnen erzählten, sangen und spielten solo und gemeinsam und begeisterten ihr Publikum mit geballter weiblicher Power in den Szenen – von Schauspiel über Schattentheater bis Burlesque – und bekannten Chansons von Hollaender bis Knef über die Lust und Tücken der Liebe. Sie ließen keinen Zweifel: „Eine Frau wird erst schön durch die Liebe…“, so ein Liedtitel. Und zeigten sich abwechselnd verliebt, verführerisch, verletzlich, verlassen, teilnahmsvoll mitfühlend und abgeklärt. Sind mal gestresste Karrierefrau mit heimlicher Sehnsucht, mal männerverschlingende Hetäre, käufliche Liebesdame, Expertin in Verführungskunst, mal flippige Partygirls, Vamp und Frau, die sich nach dem Einen zum Ablegen und Ankommen im Meer der Gefühle sehnt. Ein liebevoll-einfallsreiches, vergnügliches Programm, das man gern wiedersieht auf weiteren Spielstätten dieser Stadt oder anderswo.

Die derzeitige „Best oft“-Ausstellung mit Aktfotografie aller Modelle von Volkmar Fritzsche ist noch bis zum 23. Februar 2017 zu sehen im Kunstkeller auf der Radeberger Straße 15.

http://www.kunstkeller-dresden.de

Text + Fotos (lv)

Veranstaltungs-Tipp
„… aus dem Bauch heraus“ – Improvisationen im Schwarzlicht

Die Mini-Bühne im Kunstkeller lädt zum letzten Programm 2016 ein.

Die Tänzerin Una Shamaa (Sao Paulo) lässt sich bei ihren sinnlichen tänzerischen Improvisationen intuitiv vom Charakter vorher nicht festgelegter Musik inspirieren.
Das Publikum beeinflusst die Auswahl von Musiktiteln und die Stimmung des Abends.

Zu erleben am 9. Dezember, um 20.30 Uhr im Kunstkeller.
Einlass ab 20 Uhr. Platzreservierung wird empfohlen.

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Solvig Frey

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Geballte weibliche Power…                       Fräulein B.Engel

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Die drei Musen und Musiker Christian Mögel gratulierten mit ihrer witzig-    gefühlreichen Revue zum Kunstkeller-Jubiläum von Volkmar Fritzsche.

 

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Dresdner Comedy & Theater Club feierte 10. Geburtstag

14 Montag Nov 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

≈ 2 Kommentare

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Heike Jack betreibt erfolgreich den Dresdner Comedy & Theater Club
Foto: privat

Zum Lachen in den Keller!

Die kleine Spielstätte im historischen Gewölbekeller im Kügelgenhaus lockt mit 30 Programmen vom Thema Nr. eins über Männer, Frauen und die Liebe bis zu
politischem Kabarett.

Humor und Schokolade ziehen immer. Bei jedem neuen Programm im Dresdner Comedy & Theater Club steht ein Korb mit kleinen Überraschungen auf dem Tisch an der Abendkasse.

„Sie dürfen sich gern ein Küsschen geben“, begrüßt Heike Jack, die Chefin des kleinen Theaters augenzwinkernd die Zuschauer. Lächelnd greifen ältere Paare und einige Jüngere zu, nehmen sich Schokoküsschen aus dem Korb und manche geben sich einen echten Kuss.

Gleich geht es hoch her im neuen Programm „Wie halte ich mir einen Mann?“ mit der Komikerin Andrea Kulka als witzig-forsche Ratgeberin und dem launig-gelassenen, ihr cool Paroli bietenden Musiker und Kabarettisten Jörg Lehmann am Piano. In ihren frech-frivolen Liedern und Sketchen über Männer und Frauen, die sich gegenseitig bemängeln und gängeln bis es kein Halten mehr gibt, bekommt jeder sein Fett ab.

Die Vorstellung ist an diesem Abend ausverkauft, die Künstler dürfen erst nach mehreren Zugaben von der Bühne. „Zum Lachen in den Keller!“, mit diesem Slogan passend zum urigen Ambiente im historischen Gewölbekeller im Kügelgenhaus lockt der Dresdner Comedy & Theater Club, der unlängst sein zehnjähriges Bestehen feierte. Im Herbst 2006 stieg Heike Jack mit ihrer Agentur Kulturperlen als Leiterin ein. Sie übernahm von Comedian Matthias Machwerk den Dresdner Comedy Club, dessen Namen und Spielplan sie erweiterte mit Lesungen, Chansonabenden, Theaterstücken und mehr. Nach Gastspielen in der Secundo Genitur und im Italienischen Dörfchen zog der Dresdner Comedy & Theater Club dann 2013 um in den historischen Gewölbekeller im Kügelgenhaus auf der Hauptstraße.
Einen „humorvollen Job“ hat hier seitdem Olaf Ruhs, der Inhaber des Restaurants mit dem früheren Bierkeller im Kügelgenhaus. „Vorher haben wir es mit Jazz probiert. Dann kam Frau Jack zu uns und seither läuft es sehr gut“, sagt er. Neben dem Eingang zum Comedy & Theater Club sitzt in einer Nische ein Skelett neben einer Schatzruhe. “Der hat sich totgelacht!“ sagt Heike Jack trocken. Oder anders gesagt: Das Leben ist zu kurz, um es nicht zu genießen. „Wir haben viele Stammgäste und schon 430 Dreier-Abos innerhalb von zwei Jahren. Man kann damit jeweils drei Vorstellungen besuchen und bekommt 15 Prozent Lachrabatt auf die Tickets“, erklärt sie.

99 Plätze hat der Lach-Keller. Gespielt wird fast jedes Wochenende. Rund 110 Vorstellungen gibt es im Jahr. Die Auslastung betrage 70 bis 80 Prozent. Damit behauptet sich die kleine Spielstätte erfolgreich neben einer Handvoll großer Theater in Dresden. Was ist ihr Erfolgsgeheimnis? „Wir sind am witzigsten, nettesten, originellsten“, sagt Heike Jack selbstbewusst. Sie weiß, was gut ankommt beim Publikum und wählt danach sorgsam die Programme aus. Nicht zuletzt versteht und weiß sie genau, wie die Künstler ticken. „Der Betreuungsbedarf von Kindern und Künstlern ist ähnlich, der Unterschied nicht so groß“, sagt sie schmunzelnd. Heike Jack hat eine kaufmännische Ausbildung und fünf Jahre als Heimerzieherin gearbeitet, aber sie wollte immer zum Theater.

Ihr Kindergarten befand sich neben dem Theater Junge Generation. Den Schauspieler Jan Josef Liefers kennt sie noch aus dieser Zeit.
“Ich habe noch ein Foto, wo wir als Dreikäsehochs staunend vor dem Weihnachtsmann sitzen“, erzählt sie. Sie hat bereits viele Jahre an verschiedenen Theatern wie dem Staatstheater Stuttgart, beim Festival Theaterformen Hannover und an der Comödie Dresden gearbeitet, bevor sie sich 2005 mit ihrer Künstleragentur Kulturperlen selbstständig machte.

Der Comedy & Theater Club wird ohne Subventionen und ohne Sponsoren nur über die Einnahmen finanziert. Nachdem Heike Jack zwei Mal umsonst die aufwendigen Förderanträge ans Kulturamt der Stadt eingereicht hatte, ließ sie es. „Was ich nicht habe, kann auch nicht gestrichen werden“, tröstet sie sich. Natürlich hätte sie gern personelle Verstärkung, die aber dann auch für eine längere Zeit gesichert sein müsste. Im Moment helfen eine Praktikantin und zwei freie Mitarbeiterinnen bei Büroarbeiten, Buchhaltung, Werbung, Künstlerbetreuung und Technik.

Für humorreiche Abwechslung ist gesorgt mit 30 verschiedenen Programmen. Angefangen beim Thema Nr. Eins: Männer und Frauen und die Liebe, in denen abwechselnd Matthias Machwerk, Ellen Schaller, Henriette Ehrlich und Alf Mahlo die Lachmuskeln der Zuschauer strapazieren, über witzige Satiren von Tschechow, Sostschenko u.a. im Programm “Kaviar, Sex & Russisch Brot“, witzigen A Capella – Gesang mit den Notendealern bis zu politischem Kabarett reicht das Angebot. Das Publikum ist bunt gemischt, von 30 bis über 80 Jahre alt und kommt aus Dresden, der Region und dem gesamten Bundesgebiet. Es waren auch schon Gäste aus Kanada da.
In der Weihnachtszeit sind fast jeden Abend Vorstellungen im Dresdner Theater & Comedy Club. Auch Ursula von Rätin mit Puppenspielerin Cornelia Fritzsche ist wieder dabei mit einem neuen, rattenscharfen Programm. Gespannt ist Heike Jack auch schon auf das Gastspiel mit politischen Kabarett von Lothar Bölck – bekannt aus der MDR-Sendung Kanzleramt Pforte D. – und seinem neuen Programm: „Dummerland oder Was weiß ich denn?“, das am 29. Januar 2017, 17 Uhr Premiere hat. Und für alle Fans des legendären französischen Filmschauspielers und Erzkomikers Luis de Funès kommt die Kriminal-Komödie „Die lästige Leiche“ im brüllend komischen Stil seiner Filme auf die Bühne im Lach-Keller (Premiere: 10. März 2017, 20 Uhr).

Lilli Vostry

www.comedytheaterclub-dresden.de Tickets unter 0351-4644

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Barock trifft Wildnis: Othello im Schauspielhaus Dresden

02 Mittwoch Nov 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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24624_ka4_7932 Fotos: Krafft Angerer

Wildes Spiel der Sinne gegen Fremdenhass

Der Mohr ist nicht schwarz geschminkt. Er trägt einen dunklen Anzug und ein weißes Hemd. Bevor Schauspieler Ahmad Mesgarha wandlungsreich den geliebten und gehassten Außenseiter Othello spielt, sagt er: „Mein Name soll meine Maske sein.“ Auch er, der als Halbiraner in der DDR aufwuchs, fühle sich immer fremder und klammere sich um so mehr an seine deutsche Muttersprache. Er spreche sehr gut Deutsch, stand einmal in Klammern hinter seinem fremdländischen Namen in einer Theaterkritik. Das sei zwar nur einmal passiert, so Mesgarha, doch wirkt bis heute nach.

Der Othello sei aber auch eine „geile Rolle“ und Mesgarha zeigt ihn voller Stolz, Leidenschaft und Selbstzweifeln, zwischen Erfolg und Niederlage. Das Stück von Shakespeare feierte in der Übersetzung von Erich Fried als Tragikomödie am vergangenen Sonnabend Premiere nach Sanierungsarbeiten im wiedereröffneten Schauspielhaus Dresden. Der isländische Regisseur Thorleifur Örn Arnarsson schafft es, drei Stunden lang voller Magie, einfallsreich, fantasievoll, witzig-schräg, wild, sinnlich und kraftvoll bilderreich, untermalt von Musik von Rap bis Blues, das Publikum in seinen Bann zu ziehen mit dieser Geschichte über die Faszination und Angst vor dem Fremden. Fremdgehen, Trugbilder im Kopf und Vorurteile gegenüber Zugereisten werden humorvoll bis abgründig auf die Schippe genommen und die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen in dieser Inszenierung.

Wie in einer Traumwelt schweben aus Käfigen vom Bühnenhimmel gefiederte Wesen, die sich unter die feinen, barock gekleideten Damen und Herren mischen und vor einer grauen, mit bunten Sprüchen beschmierten Wand wie „Ich bin. Das Volk“ sich wild-lüstern und kraftprotzend tummeln und tanzen. Neben Ahmad Mesgarha als Othello und Lars Jung als grimmig fremdenfeindlicher Vater von Desdemona (reizvoll und auflehnend: Katharina Lütten) glänzen die neuen jungen Darsteller im Schauspielerensemble mit intensiv-eigenwilligem Spiel. Vor allem Jago (Daniel Sträßer) als elegant-intriganter Rivale Othellos, der hinter wohlgesetzten Worten seine finsteren Absichten verbirgt: „Unser Körper ist ein Garten und unser Wille der Gärtner…“  und auch noch die Zuschauer in seine Hass und Chaos stiftenden Pläne einspannt. Mit der scheinheiligen Frage: „Halten Sie sich für vertrauenswürdig?“ reicht er einer Zuschauerin das entwendete Taschentuch zum Aufbewahren, das spätere Beweisstück für den angeblichen Betrug Desdemonas an Othello.

Die zwei trotteligen Verehrer Desdemonas, der Jago bis zur pur nackten Lächerlichkeit folgsame Rodrigo (Simon Käser) und der Frauenheld und Trunkenbold Cassio (Alexander Angeletta) erheiterten das Publikum. Am Ende gibt es weder Gewinner noch Verlierer. Viel Beifall und einige Buhs für das Regieteam gab es zur Premiere für einen ungewöhnlichen, aufregenden Theaterabend.

Nächste Vorstellungen: 9., 18. und 25.11., 19.30 Uhr.

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

 

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Premiere: Scheitern – Aber richtig! im Societaetstheater

08 Samstag Okt 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

≈ Ein Kommentar

 

mario_gruenewald_anne_kessler_und_tobias_herzz_hallbauer_von_links_foto_detlef_ulbrichFoto: Detlev Ulbrich

Wie man lernt Absagen im Leben von der komischen Seite zu sehen, weiterzugehen und zu tun was einem gefällt, davon erzählt die Inszenierung „Scheitern – Aber richtig!“ (Idee, Text und Regie: Amina Gusner), mit der die neue Spielzeit im Societaetstheater Dresden eröffnete.

Eine aberwitzige szenische Collage, in der eine Frau (Anne Keßler) und ein Mann (Mario Grünewald) und ein Musiker an der Gitarre (Tobias Herzz-Hallbauer) über all die verdammt traurigen, schrecklich komischen, herzzerreißenden Momente im Leben erzählen, spielen und singen, wo alles zu Ende zu sein scheint und dann plötzlich doch irgendwie weiter geht.

Nein, Nein. Immer nur Nein! Wer kann das schon hören! „Ich bin das Nein. Die Wand von der ihr abprallt, der Strich in der Landschaft, der Sand im Getriebe. Euer Scheitern. Das schwarze Loch, das alles verschluckt…“, sagt die Frau mit dunkler Stimme ans Publikum gerichtet nach der zigsten Absage. Und schreit: „Schluss mit Nein!“ Sie will endlich ein klares Ja, und gibt sich prompt selbst die Stelle, um die sich vergebens bewarb. Sie schreibt ihren Vorgesetzten, dass sie die Stelle antreten wird und sich schon darauf freut, die Kollegen kennenzulernen. Schöner Einfall.
Beide Schauspieler wechseln mittels Stimme, Körpersprache und wenigen Requisiten wie schwarzen Bürostühlen, Handtasche und auf der Bühne verstreuten Papierbögen tempo- und gefühlreich von einer Rolle in die nächste als Mutter-Kind-Frau-Freundin-Angestellte oder Sohn-Vater-Chef-Freund-Mann-Liebhaber. Nicht immer ist eindeutig, wer gerade wer ist, ob es tatsächlich verschiedene Figuren sind oder nur verschiedene Seiten des Ichs.

Absurder Höhepunkt ist das Vorstellungsgespräch der Frau, bei dem sie fabulierfreudig in immer neuen Metaphern über ihre geplante filmische Sience Fiction-Dokumentation über Langzeitarbeitslose, ganz normale Menschen, vollkommen reizlos wie du und ich erzählt und sich den Mund fusselig redet über die Fusseln, die als Werte die Gesellschaft zusammenhalten, während ihr Gegenüber nichts versteht.

Beide geben sich abwechselnd cool, heulen, höhnen, stöhnen rhythmisch gemeinsam ins Mikro ihre Wut, Trotz, Enttäuschung, Frust und Lust, lassen nach und nach alle Masken und Durchhalte-Parolen fallen und zeigen sich pur und verletzlich, wie es ist, plötzlich ohne Partner, Job und Aussicht für die Zukunft dazustehen. Wie viel manchmal von einem Wort und seiner Betonung abhängt, wird im absurden Sprach-Ping-Pong vorgeführt: „I c h sollte, mach`s aber nicht… Aber d i e machen`s, s o l l t e n aber nicht…“
Grünewald ist herrlich naiv-komisch und wehleidig mal der rausgeworfene Ehemann, der wild mit zwei weißen Plastbeuteln durch die Luft rudert wie abgestürzt und nicht weiß wo er hin soll und Unterschlupf bei seinem Musikerfreund findet. Der vermittelt hin und her zwischen den beiden Gestrandeten, obwohl er selbst allein und einsam ist und sich nicht mitgenommen fühlt vom Leben. Während der frisch Verlassene hemmungslos schluchzend seine Marianne um eine neue Chance bittet, von seiner Mutter Geld pumpt, die Zuschauer anfleht,  sie sollen ihn toll finden und seine dunkle Seite zeigt als nachts durch die Neustadt streifender, Herzen aufreißender einsamer Wolf.

Er ist ebenso der arbeitslose Koch, der sich schwer artikulieren, aber mit Leib und Seele kochen kann. Und zwar so, dass man vom Essen satt wird und sich nicht nur daran satt sieht wie in den immer neuen Essen-als-Erlebnis-Gourmettempeln. Der es schön findet, „nichts zu wissen und zu müssen…“ Während die Frau nach dem Besuch ihrer dementen Mutter im Heim, die das Leben draußen vermisst, verzweifelt nach dem Sinn sucht, wofür all die Anstrengung, wenn der Tod doch unausweichlich ist?
Der Film ihres Lebens ist noch nicht abgedreht, mögliche Szenarien gibt es viele.
Wie es ausgeht, weiß man nie. Doch man kann sich freuen, dass es weitergeht.
So können beide am Schluss der Aufführung über sich lachen.
Herzlicher Beifall für diesen offenherzigen Theaterabend über die Kunst des Scheiterns.

Nächste Vorstellungen: 8.10. und 3.11., 20 Uhr

Karten unter Tel: 0351 – 803 68 10
http://www.societaetstheater.de

 

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Romeo und Julia neu erzählt von arabischen und deutschen Jugendlichen im Kleinen Haus

03 Montag Okt 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Fotos: Krafft Angerer/Staatsschauspiel Dresden

Liebe gegen Gewalt im Kampf der Kulturen

Frei nach Shakespeares Liebesdrama erzählt die Inszenierung im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden spannend, bewegend und lebensnah über Gefühle und Konflikte im Alltag zwischen Einheimischen und Zugereisten.

Gegensätze ziehen sich an. Doch statt Liebe und Zärtlichkeit dominieren Hass und Fäuste in der Inszenierung „Romeo und Julia“. Von alten und neuen Feindseligkeiten, denen Liebende heutzutage ausgesetzt sind, erzählt frei nach William Shakespeares Liebesdrama in einer Stückfassung von Martin Heckmanns dieses besondere Theaterprojekt mit arabischen und deutschen Jugendlichen. Premiere hatte die Produktion der Bürgerbühne am Sonnabend im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Die Montagues kommen aus dem arabischen Raum, aus Libanon, Syrien und Palästina, die Capulets aus Dresden in dieser Aufführung. Insgesamt 13 Darsteller zwischen 15 und 30 Jahren und sechs Musiker agieren gemeinsam auf der großen Bühne. Sie erzählen und spielen spannend und herzergreifend die Geschichte in arabischer und deutscher Sprache, klangreich begleitet von mitreißendem Oriental Jazz und Gesang am Klavier, Trommeln, Schlagzeug, Cello, arabischer Oud-Gitarre und Querflöte.

Mit viel Humor und Poesie, lauten und leisen Tönen, starken Bildern und temporeich-intensivem Spiel kam die dramatische Liebesgeschichte zweier verfeindeter Familien angesichts der aktuellen Konflikte als Kampf zweier verschiedener Kulturen und Lebenswelten unter Regie von Bürgerbühnenleiterin Miriam Tscholl auf die Bühne. Die Idee zum Stück entstand während der Proben zur Morgenland-Inszenierung, wo bereits junge arabischsprachige Dresdner auftraten.

Zwischen den Spielszenen sind dokumentarische Videobilder zu sehen, in denen arabisch-deutsche Paare, Eltern, Freunde, religiöse Vertreter des Islam und Christentums und ein Rechtsgelehrter von ihren eigenen Erfahrungen und Sichtweisen im Umgang mit den kulturellen Unterschieden im Alltag erzählen, es wird offen über Liebe, Sex, Glaubensfragen, Zwiespälte, die auch nicht frei von Klischees und Unsicherheit sind, gesprochen. Die Spielfläche ist kurvig ähnlich einer Halfpipe gestaltet, auf der die Akteure rauf und runter, hin und her rennen, hangeln, rutschen, raufen.

Die arabischen und deutschen Jugendlichen stehen sich als zwei Jugendgangs gegenüber, die sich gegenseitig herausfordern, beleidigen und mit Fäusten und  Eisenstangen aufeinander losgehen. Es gibt Tote auf beiden Seiten. Insbesondere in den gewalteskalierenden Szenen spürt man bei den arabischen Darstellern auch eigenen Schmerz, Wut und Trauer über Verlorenes, Freunde, Familie und Heimat. Ebenso romantisch wie selbstbewusst springt Julia (Tabea Günther, 18, lebt in Dresden) auf die andere Bühnenseite, um den dunkelhaarigen, temperamentvollen Jungen Romeo (Rouni Mustafa, 21, stammt aus Aleppo in Syrien) näher kennenzulernen. Mit ihrem traurigen Ende finden sich die jungen Akteure nicht ab. Sie ergreifen mit einer wilden Kissenschlacht Revolte zu rockigen Klängen, halten Schilder hoch mit der Aufschrift: „Ich liebe wen ich will“ und zum Schluss tanzen alle übermütig zusammen. Begeisterter Beifall vom Publikum für eine bewegende Aufführung, der man viel Zulauf wünscht, weil sie wärmt und ermutigt, mehr Brücken aus Mitgefühl und Akzeptanz zwischen den Kulturen zu errichten.

Nächste Vorstellungen: 6. und 31.10., 19.30 Uhr; 3.11., 19.30 Uhr

 

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Lilli Vostry

Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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